M-Wurf

Der M-Wurf ist für den Sommer 2022 geplant. Milli war bis jetzt immer sehr pünktlich mit ihren Läufigkeiten. Wenn das so bleibt, dann rechnen wir Anfang bis Mitte August mit der Ankunft von Welpen.

22.03.2022

Der Bräutigam für die nächste Hundehochzeit ist nun ausgewählt. Überraschung, Überraschung: Wir werden wieder zum gleichen Rüden fahren wie beim letzten Mal. Ich habe mir etliche wirklich schöne Rüden angeschaut, aber keiner passt so gut zu unserer Milli wie er. Sagen die Fakten. Und sagt vor allem mein Bauch. Ich habe gelernt, auf ihn zu hören. Man kann also schon in etwa erahnen, wie die M’s aussehen könnten, indem man sich die L’s anschaut. Die dazu gehörenden Menschen haben eine große Freude mit ihnen, also wagen wir es nochmal. Ich bin jetzt schon gespannt wie ein Flitzebogen!

08.02.22

Langsam wird es Zeit, einen Deckrüden für den M-Wurf auszuwählen. Die Vorschläge liegen auf meinem Tisch und ich zerfleddere mir das Hirn. Ich wühle in Stammbäumen und leider kommen dabei so allerhand Erinnerungen an die reinrassige Zucht hoch. Ich lese Namen, die mir nach all den vielen Jahren immer noch Gänsehaut verursachen, weil sie so viel Unheil gebracht haben. Leider weiß man nie, welchen Teil ihrer Gene die Hunde an ihre Nachkommen weitergeben.

Hier liegt auch die Tücke des Einkreuzens. Nur die erste Generation kann man genau berechnen. Ein Hund, dessen Eltern verschiedenen Rassen entstammen, hat jeweils 50% von jedem Elternteil geerbt. Die nachfolgenden Generationen kann man nur schätzen. Verpaare ich meine F1 Milli mit ihren 50% Kromigenen und 50% Pudelgenen mit einem reinrassigen Kromfohrländer, haben die Welpen rechnerisch einen Kromfohrländeranteil von 75%. Was tatsächlich drin ist, kann man nur vermuten. Theoretisch könnte Milli z. B. ausschließlich ihre Pudelgene mitgegeben haben oder gar keines. Der F2 Nachwuchs kann also einen Kromfohrländeranteil von 50% oder 100% Prozent haben. Oder irgendwas dazwischen, genau kann man das nicht sagen.

Die Gentests von Millis Kindern haben sehr schön gezeigt, dass es eine große Bandbreite an Möglichkeiten gibt. Je mehr Gene mischerbig sind, also verschiedene Anlagen haben, desto höher ist der angegebene Wert. Das absolute Maximum ist 50%. Dieser Wert würde bedeuten, dass der getestete Hund auf jedem Genort 2 verschiedene Sorten hat, also komplett mischerbig (heterozygot) ist, was quasi nie vorkommt. 0% würde heißen, dass der Hund auf allen Genorten reinerbig (homozygot) ist, was allerdings nicht möglich ist, da ein völlig reinerbiges Säugetier nicht lebensfähig ist. Ein Rassehund sollte einen Wert von etwa 35% haben. Dann ist er so reinerbig, dass er optisch und wesensmäßig einer Rasse zugeordnet werden kann, aber noch so mischerbig, dass sein Immunsystem in Ordnung bleibt. Mischlinge können einen Wert von über 45% aufweisen. Reinrassige Kromfohrländer haben nur noch etwa 26% mischerbige Gene und sind damit genetisch “verarmt”. Das heißt nicht, dass sie weniger Gene haben, sondern dass die Diversität auf der Strecke geblieben ist und der Hund bereits zu 3/4 homozygot ist.

Jetzt könnte man meinen, dass ein möglichst hoher Mischwert das Nonplusultra ist. So einfach ist es aber leider nicht. Gucke ich mir meinen letzten Wurf an, dann haben vor allem die Welpen einen besonders hohen Wert, die bei der Optik mischerbig sind. Das zeigt die Auswertung der Gene, die das Aussehen des Hundes bestimmen. Das bringt mir aber überhaupt nichts für die Gesundheit. Ideal wäre es, wenn man vor allem bei den Genen, die für das Immunsystem zuständig sind, eine große Vielfalt erreicht. Leider kann man das noch nicht so einfach testen wie Fellfarbe oder Haarart und muss immer noch ganz konventionell darauf achten, dass die Zuchtpartner auf dem Papier so wenig verwandt wie möglich sind. Und man keine Krankheitsfälle, die bei den Vorfahren bekannt sind, kumuliert (und die kommen bei allen Hunden vor, nur gesunde Hundelinien gibt es nirgendwo).

Derlei Zeug geistert mir also gerade durch meinen Kopf und ich muss (ein weiteres Mal) entscheiden, wo meine Prioritäten liegen. Natürlich liebäugle ich mit Verpaarungen, die auch optisch was hermachen. In meinem Fall ist das Ziel der Begehrlichkeiten ein eher kurzhaariger Hund mit Bart. Und dann gucke ich mir meine beiden bartlosen, kurzhaarigen Hunde aus dem L-Wurf an und finde sie ehrlich wunderschön. Manchmal hab ich sogar einen kleinen Neid, wenn ich mal wieder 10 Kletten aus Millis Bart klamüsern oder im Winter alle 10 Minuten die Eisbommeln an den Beinen entfernen muss. Oder kiloweise Matsch an den Bauchhaaren… Der Hund hat ohne überflüssige Haare wahrscheinlich ein angenehmeres Leben, außerdem sieht man die Muskeln bei der Arbeit, was ich persönlich als ästhetischen Genuss empfinde. Die Wollbärchen mit langem Haar brauchen dafür in den seltensten Fällen im Winter ein Mäntelchen und werden besonders gerne gekrault, weil sie so schön knuddelig sind. Es gibt da und dort Vor- und Nachteile.

Den größten Vorteil sehe ich in ein einem rundherum gesunden Hund. Also werde ich mein Hauptaugenmerk wie immer darauf legen.