Milli

Kamille von der Weberkarde

geboren am 02.01.2019

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Milli ist unser erster „selbstgebastelter“ Hund und stammt aus Pralines K-Wurf. Wir wollten eigentlich keinen weiteren Hund, aber Milli war der Meinung, dass ein Hund allein im Hause Schöllerbacher viel zu langweilig ist und hat darauf bestanden, bei uns zu bleiben. Sie hat etwas an sich, das ich nur schwer mit Worten beschreiben kann. Was auch immer es ist, es hat uns völlig verzaubert und deshalb war es uns unmöglich, sie nicht zu behalten. Bis sie ausgewachsen und auch im Wesen ausgereift ist, möchte ich den interessierten Leser an ihrer Entwicklung teilhaben lassen und werde deshalb regelmäßig hier berichten. Eine endgültige Milli-Beschreibung wie bei unseren anderen Hunden entfällt dadurch wahrscheinlich oder wird evtl. von mir ergänzt, wenn sie mir komplett „erwachsen“ vorkommt.

 

8 Monate: Das Pubertier

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Es ist soweit: Die Pubertät ist zu Gast. Eingeladen haben wir sie nicht, aber das schreckt sie bekanntlich nicht ab, sie kommt trotzdem. Milli war so ein braver Welpe und so ein folgsames Hundekind. War.

Auf einmal fing es an mit der inneren Unruhe. Hoch hüpfen und bellen wegen jedem Sch…, Geschnüffle, Hektik, Ziehen an der Leine, hormonelle Gehörverstopfung. Irgendwo muss dann auch die komische Energie, die sich in einem regt, hin. Milli hat sie kompensiert, indem sie umdekoriert und transformiert hat. Die Sofadecke auf den Rasen, meinen BH auf die Treppe, Herrlis Lieblingsshorts unter den Tisch gezerrt und ein Loch in den Schritt genagt, unser Brotkörbchen und jedes unter der Hecke befindliche Ästchen zu Mulch geschreddert. Es war direkt eine Erlösung, als sie läufig wurde. Jetzt ist sie damit beschäftigt, sich ausgiebig zu putzen und sich an den neuen Lebensabschnitt zu gewöhnen.

Inzwischen messen wir 40cm Schulterhöhe. Mit Beginn der Geschlechtsreife stoppt das Höhenwachstum normalerweise, es wird also nicht mehr allzuviel dazukommen. Vielleicht 1-2cm, wenn überhaupt. Die Waage zeigt 9,5kg. Ich denke, dass Milli sich im Erwachsenenalter gemäß ihrer Größe in etwa bei 10-12kg einpendeln wird. Perfekt im Standard, würde ich meinen.

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Auch wenn Milli gerade ein bissi schlimm ist, mache ich weiter wie bisher, versuche, meinen Humor nicht zu verlieren und vertraue darauf, dass das Pubertier sich irgendwann wieder schleicht und eine erwachsenere Kamille erblühen lasst, die ihre Manieren wieder gefunden hat und nicht mehr so von den Hormonen gebeutelt wird.

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Trotz aller Umbrüche ist sie eine liebesbedürftige (mehr denn je!!), zuckersüße Maus, die mich jeden Morgen wachschmust, immer gut gelaunt ist und Praline auf Trab hält. Wir freuen uns, dass wir genauso wie Millis Schwester Keli die erste Hitze rechtzeitig vor unserem jährlichen Hundetreffen in Kärnten hinter uns bringen und hoffen, dass wir wieder viele bekannte und vielleicht auch neue Gesichter begrüßen dürfen.

 

Ein halbes Jahr: Milli und die NoL-Methode

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Unser Kamillenkind ist nun 6 Monate alt. Sie wiegt inzwischen 8,5kg, ist 38cm groß und wirkt schon sehr erwachsen. Und es läuft richtig gut mit ihr. Die wunderschöne, aber auch anstrengende Welpenzeit liegt hinter uns und wir leben wieder wie immer mit unseren Hunden.

Das letzte Schutzbrett vor dem Schuhschrank ist abmontiert, wir verstecken keine Steckdosen mehr hinter Kartons, und Schmutzwäsche kann auch mal vor der Waschmaschine liegen bleiben, ohne dass sie verschleppt wird.

Im Pferdestall und rund um die Koppeln kann ich sie frei laufen lassen. Sie bleibt vor dem Zaun und wartet brav, wenn ich auf die Weide gehe. Hole ich ein Pferd und bringe es in den Stall, geht sie mit entsprechendem Respektabstand hinterher und hält ihn auch dort ein, ohne dass ich sie dauernd beaufsichtigen muss. Entweder bleibt sie weit genug weg oder legt sich sowieso in ihr Körbchen, das in der Sattelkammer steht.

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Beim Spaziergang ist sie immer irgendwo um mich herum, weiter als 10 Meter geht sie nicht weg. Und wenn ich rufe, kommt sie voller Begeisterung angerannt. Das habe ich der NoL-Methode zu verdanken. Die habe ich aus Erfahrung entwickelt, und sie hilft mir gerade dabei, Milli im Umgang mit Wildbegegnungen zu schulen. In den letzten Wochen hat sie nämlich begonnen, Wegränder auf eine Art abzuschnüffeln, die in mir alle Alarmglocken zum Schrillen gebracht hat.

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Angefangen hat alles, als während einer gemütlichen Sonnenuntergangsrunde ein Hase direkt vor uns aus einem Grasbüschel herausgesprungen und den Feldweg vor uns entlang geflitzt ist. Meine 2: Augen aufreißen, Ohren wegklappen, Turbo zuschalten und im Affentempo hinterher. Da hat Praline ihrer Tochter etwas gezeigt, das leider richtig Spaß macht. Sie haben den Löffelmann zwar nicht erwischt, sind aber mit widerlich glänzenden Augen und einem Endorphineinschuss, der ihnen förmlich aus den Ohren gequollen ist, sichtlich glücklich und zufrieden zurückgekommen. Ich hab nicht mal versucht, sie zurückzurufen, sie hätten mich gar nicht gehört. Sie waren auch gleich wieder bei mir, die ganze Aktion hat vielleicht 30 Sekunden gedauert. Aber seit diesem sich fatalerweise selbst belohnenden Erlebnis hat das Fräulein Kamille versucht, dem Hasenduft in den grasbewachsenen Wegsäumen zickzack zu folgen. Mit lautem Schnüffelgeräusch und hektischen Bewegungen. Was mir gar nicht gefallen hat. Mit der NoL-Methode hab ich das wieder in den Griff bekommen.

Jetzt möchte der neugierige Leser wahrscheinlich wissen, was genau diese NoL-Methode denn nun ist. Tjaaaaa, dafür muss man bei mir einen Kurs buchen, der in 6 Module à 350€ gegliedert ist. Man braucht dann auch noch die entsprechende, nur bei mir erhältliche Ausrüstung, sonst funktioniert das Ganze nicht. Und weil ich jetzt der große Hundeerzieherguru bin, dürft ihr auch gerne wunderbare Shirts und Sweater mit meinem Konterfei erwerben.

Spaß beiseite, es ist ganz einfach. Obwohl dem besten Ehemann diese Idee wahrscheinlich ziemlich gut gefallen würde und er mich bestimmt am liebsten würgen würde, weil ich so wenig geschäftstüchtig bin und euch gratis verrate, was NoL bedeutet. Die Lösung: Nie ohne Leberwurst. Mein Döschen mit der Leberwurst gehört momentan zu meinem ständigen Begleiter. Ziel der Übung ist, Milli darauf zu konditionieren, dass eine Duftspur, ein interessantes Geräusch oder gar das Auftauchen eines Tieres der Schlüssel zum Inhalt der Dose ist. Wenn sie etwas Spannendes riecht oder etwas im Unterholz rascheln hört oder gar ein Wildtier sieht, rennt sie nicht mehr ferngesteuert los, sondern schaut mich an, ich rufe sie mit einem hohen langgezogenen  „Hier“, das sich bei mir eher wie „Yeah“ anhört, und halte ihr sofort die Dose mit einem Stück herausgedrückter Wurst hin, lobe sie wie blöd und alle sind happy. Die NoL-Gleichung lautet also: Wild = Sesam öffne dich + hinein in mein Maul, du köstliche rosa Paste! Es funktioniert schon ganz hervorragend und ich hoffe, dass das so bleibt. Das Zickzackgerenne hat sie wieder abgelegt, und im Wald macht sie kurz einen auf Vorstehhund mit erhobener Vorderpfote und starrem Blick, um dann sofort begeistert zu mir zu düsen und sich ihre NoL-Ration und ein fettes Lob abzuholen.

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Nach wie vor dient die Dose auch immer noch als Bestätigung für erbrachte Leistungen, aber das nur noch sehr reduziert. Die meisten Alltagskommandos haben sich schon so etabliert, dass ich nur noch extra bestätige, wenn sie unter erschwerten Bedingungen ausgeführt wurden. Ansonsten genügt ein verbales Lob und Streicheln, über das sie sich genauso freut.

Ich verlange nicht allzu viel, aber das, was unser Zusammensein angenehm und ihr Leben sicher macht, muss sein. Im Prinzip soll sie kommen, wenn ich sie rufe, und zwar prompt. Sie soll warten können, egal, ob in meiner Reichweite, im Auto oder zu Hause, und bleiben, wo ich sie deponiere. Ob sie dabei liegt, sitzt oder steht, ist mir ehrlich gesagt schnurzpiep-poweidl. Bei „Fuß“ soll sie locker an meiner linken Seite gehen, ohne zu hampeln, bei „Rechts“ auf der rechten Seite. Gar nicht schätze ich dieses am-Bein-kleben und mich dabei anglotzen, wie man es in der Hundeschule lernt. Sie soll einfach darauf achten, wo ich hingehe und sich danach richten, aber auch noch selber schauen, wo sie hinsteigt. Das war es eigentlich schon. Und für ihr Alter macht sie das alles schon so gut, dass ich gar nicht mehr viel darüber nachdenke.

Milli ist ein großartiges Familienmitglied geworden. Wie ihre Mutter verbreitet sie allzeit gute Laune, liebt das Schmusen und ist nicht nur brav und herzig, sondern auch sehr gescheit. Letzthin hab ich mir in der hochsommerlichen Hitze ein Mittagsschläfchen im Schatten gegönnt. Und wurde jäh herausgerissen, weil Milli mich geschubst hat. Sie ist mir mit den Vorderpfoten auf den Arm gesprungen, hat geschaut, ob ich wach bin, und ist dann wieder auf ihren Platz gegangen. Sowas hat sie vorher noch nie gemacht und ich war so verdattert, dass ich nicht mal geschimpft habe. Deshalb konnte ich auch gleich ganz leise eine bekannte Melodie erklingen hören und dann war mir klar, warum sie mir raufgesprungen ist. Ich hatte mir den Wecker auf meinem Handy gestellt, es aber so weit weggelegt, dass ich ihn nicht gehört habe. Milli hat die Weckermelodie selbstständig mit meiner üblichen Reaktion darauf verknüpft, und als die von mir nicht gekommen ist, hat sie die Angelegenheit in die Pfoten genommen und mich aufgeweckt. Ich bin sehr stolz auf mein Baby!

Da Milli nun an Größe und Gewicht nur noch wenig und langsam zunehmen und auch entwicklungsmäßig keine großen Schübe mehr machen wird, kann es gut sein, dass die nächste Berichterstattung erst erfolgt, wenn es etwas Interessantes zu erzählen gibt. Wir wünschen euch derweil einen wunderschönen Sommer!

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 Milli ist 5 Monate alt – ein zahnloses Update

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Da liegt er, Millis linker unterer Eckzahn. Ihm vorangegangen sind mit einem Schlag sämtliche Schneidezähne des Ober- und Unterkiefers. Milli sah kurze Zeit wie ein Saugwelpe aus. Ein Backenzahn hing noch im Zahnfleisch, während sich der neue schon von unten herausschob. Den haben wir mit gezieltem Zerren rausgespielt. Mit einem Wort: Zahnwechsel ist angesagt. Was nachwächst, sieht sehr erfreulich aus. Wie die Soldaten stehen die nagelneuen bleibenden Zähne im Kiefer, kerzengerade und schneeweiß. Das Gröbste hat Milli bereits hinter sich.

Ebenso Praline. Die neuen Maulbewohner sind wesentlich freundlicher zu ihren Ohren und ihrem Schwänzchen. Und so ganz langsam wird Milli auch ein wenig kontrollierter bei ihren Spielattacken. Sie ist mittlerweile genauso schwer wie ihre Mutter, momentan stehen beide bei 7,8kg, und in der Höhe überragt sie sie mit ihren 37cm bereits um 1cm. Ihre Bodychecks waren deshalb manchmal wirklich nicht mehr lustig für Praline und sie hat sich beim Spazieren gehen teilweise schon hinter mir versteckt, damit sie auch mal ihre Ruhe hat. Milli hat dazugelernt und versucht jetzt mehr, sie durch Gesten zum Spielen aufzufordern, denn durch derbes Anrempeln.

Mutter und Tochter  Milli hat Mama eingeholt

Für die Vollgasrunden hat Milli ihre Freunde. Da wäre einmal das Bernhardinermädchen Lotti. Dass sich eine frühere Reitkollegin bei mir gemeldet hat, um nette Spielgefährten für ihren Welpen zu finden, war ein richtiger Glücksfall. Lotti ist mittlerweile 3x so groß wie Milli, aber sie ist die Sanftmut in Person und einfach hinreißend. Die beiden spielen sehr angenehm und unaufgeregt miteinander, und als Riesenbonus haben wir auch noch regelmäßigen Kontakt zu den beiden Kleinkindern der Familie, 1 und 3 Jahre alt, den ich sonst nicht zu bieten hätte. Und seit 2 Wochen gibt es Gepetto, seines Zeichens schwarzer Schäferhundwelpe und neues Familienmitglied unseres Pferdestallchefs. Auch er ist ein richtig netter Kerl und er und Milli spielen wirklich lieb miteinander. Wie Milli mit anderen Hunden spielt, gefällt mir ausgesprochen gut. Sie ist sehr sicher und freundlich und selten zu wild. Falls es doch mal zu stürmisch wird, darf Praline ihre Erzieherqualitäten einsetzen, aber das ist nur ab und zu nötig.

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Ansonsten kommt doch so langsam der Kromfohrländer in ihr aus seinem Versteck. Milli beginnt, sehr wachsam zu werden und Personen zu melden, die sich in der Nähe unseres Hauses aufhalten. Das versuchen wir, halbwegs in Schach zu halten. Kurz wuffen ist in Ordnung, großes Herumgebelle unerwünscht. Manchmal fürchtet sie sich auch vor Unbekanntem, seien es Menschen, Orte oder Dinge. Da hilft nur, selbst sicher zu bleiben und sie weder zu über- noch zu unterfordern. Es ist schön, dass das meistens sehr schnell fruchtet und sie mit jeder überwundenen Angst gelassener wird.

Ein paar Wochen lang war es gar nicht so einfach, ihr etwas Abwechslung und Lernerfahrungen zu bieten, denn Praline war läufig und da macht man sich nicht sehr beliebt, wenn man belebte Orte aufsucht. Kaum war diese Phase vorbei, kam der Regen und die Kälte. Wenn es so schüttet, dass einen das Wasser von oben und von unten anspritzt, hat keiner Lust auf lange Spaziergänge. Und man trifft auch keinen. Andere Hunde müssen offensichtlich nur bei Schönwetter aufs Klo. Und nachdem das Sauwetter sich verzogen hat, haben sich beide einen ordentlichen Durchfall eingefangen, und auch damit macht man sich an belebten Orten unbeliebt. Also hieß es einmal mehr: Alleine durch den Wald schleichen. Aber jetzt ist der Sommer da, das Gedärm ist wieder funktionstüchtig und wir machen nicht nur unsere regelmäßigen Stallrunden, sondern auch vielfältige Ausflüge in unsere schöne Gegend.

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Kriehmühle  an der Aist

Auch wenn Milli mittlerweile kein Baby mehr ist, ist sie immer noch unglaublich süß. Sie ist ein wahrer Sonnenschein, macht für ihr Alter wirklich sehr, sehr wenig Unsinn, ist unglaublich folgsam, anhänglich und liebebedürftig und bereichert unseren Alltag enorm. Nächsten Monat ist sie schon ein halbes Jahr bei uns, aber es ist, als wäre sie immer hier gewesen.

5 Monate ?????

Milli ist 4 Monate alt

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Die Zeit vergeht wie im Flug und bis jetzt ist unser Alltag mit Milli alles andere als alltäglich. Ein geplanter und ein völlig ungeplanter Krankenhausaufenthalt nebst Rekonvaleszenz meinerseits und ein Klinikaufenthalt unseres erst 2 Wochen alten Fohlens rüttelt unser Leben durcheinander. All die Dinge, die man mit einem jungen Hund macht, laufen eher nebenher als zentriert. Wir können es nicht ändern, und vielleicht ist es ja ganz gut so. Milli muss sich in vieles dreinfügen, was ich gerne behutsamer angegangen wäre, und netterweise fügt sie sich. Womöglich macht man um vieles viel zuviel Tamtam und rückt den Hund damit ungewollt auf ein Podest, auf das er eigentlich nicht gehört. Unter den momentanen Umständen hat sie schnell lernen müssen, dass sie nicht immer an erster Stelle steht und kennt es damit auch nicht anders. Sie wirkt sehr zufrieden und benimmt sich ihrem Alter entsprechend schon recht manierlich, also scheint es für sie okay zu sein.

Ihr “Ausbildungsstand” ist trotz allem ganz in Ordnung, sie lernt wirklich schnell und das mit dem “gründlich” kommt hoffentlich mit der Zeit. Vieles funktioniert schon ganz großartig. Milli überrascht mich in dieser Hinsicht fast täglich. Es ist, als ob sie meine Worte verstehen würde. Ein Beispiel: Wir gehen auf dem Feldweg, der von Kartoffeläckern gesäumt ist. Es gibt wohl wenig, was lustiger wäre, als durch die Ackerfurchen zu düsen. Da es sich aber nicht gehört, dem Bauern seine Arbeit zunichte zu machen, ist das Betreten nicht erlaubt. Ich brauche nur 2-3x “raus da” sagen, und sie hat begriffen, wo ich sie haben möchte, nämlich auf dem Weg. Ähnlich ist es im Wald oder im Reitstall. Die Hunde sollen auf dem Gehweg bleiben und nicht im Unterholz oder auf den Weiden herumrennen. Außer, ich erlaube es ausdrücklich. Warum es so einfach klappt, weiß ich nicht. Dafür klappt es immer noch nicht 100%ig mit dem Reinpieseln. Es geht noch immer mal was in die Wohnung. Nicht mehr oft, aber doch immer mal wieder. Das wird schon noch werden. Hoffe ich.

Milli ist in diesem Monat ernorm gewachsen, sie wiegt 6,3kg und ist 34cm hoch. Bald wird sie ihre Mutter eingeholt haben.

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Wobei sie momentan eine wirklich komische Figur hat. Erst ist sie in die Länge gewachsen und hat fast wie ein Dackelmix ausgesehen. Jetzt wächst die Hinterhand und die Vorderläufe wirken recht kurz dagegen. Dazu wachsen ihr die Haare am Kopf recht weich, lang und seidig, der Bart prägt sich langsam stärker aus und am Körper steht recht griffiges, schon teils trimmbaress Rauhaar in alle Richtungen ab.

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Alles in allem steckt sie in einer merkwürdig unproportionierten Phase und ihr Aussehen ändert sich fast täglich. Man sieht es hier ganz gut, weil Milli regennass ist und ihre Figur nicht hinter dem Babyflausch verstecken kann.

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Diese beiden Bilder in einem Maiglöckchenfeld sind im Abstand von etwa einer Woche entstanden. Sowohl Grünzeug als auch Hund haben sich in dieser Zeit sehr verändert.

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Vom Verhalten her bemerke ich deutlich den Übergang vom Welpen zum Junghund. So manches wird nicht mehr ganz unbedarft betrachtet, sondern mit eigenen Gedanken versehen. Es ertönt schon mal ein leises “Wuff”, wenn sich etwas Unbekanntes in der Nachbarschaft tut, oder ein Zögern wird bemerkbar, wenn ein völlig fremder, seltsamer großer Gegenstand auftaucht. Da kommt schon auch der Kromi durch. Praline hilft ihr meistens durch. Außer, wenn die sich selber fürchtet. Dann muss ich ran.

Ansonsten spielen Milli und Praline miteinander, dass es eine Freude ist. Milli ist ein wirklich lustiger Hund und sie hat einen unwiderstehlichen Charme. Sie darf immer noch viel, was ein Junghund oft nicht mehr darf. Praline ist sehr großzügig und teilt Napf und Spielzeug. Nur ihren Knochen, den teilt sie nicht, da gibts bei Diebstahlversuch ein paar saftige Watschen. Milli ist dann auch nicht mehr lästig und akzeptiert ihre Grenzen. Zumindest nach außen hin. Während Praline schläft, schmiedet Milli Pläne, wie sie ihre Mutter austricksen könnte. Und manchmal gelingt ihr das auch. Wir haben also weiterhin ein tolles Unterhaltungsprogramm.

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Milli ist 3 Monate alt

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Milli ist nun seit etwa 2 1/2 Wochen geschwisterlos und somit offizielles Familienmitglied. Unser Leben hat sich seitdem sichtbar beruhigt. Wir haben den Vorteil, dass Haus und Garten noch vom Wurf welpensicher sind und wir nur noch im Wohn- und Schlafzimmer ein paar Kabel verstecken mussten.

Die Nächte sind länger und erholsamer geworden, denn Milli schläft in einer großen Transportbox direkt neben meinem Bett. Was übrigens von der ersten Nacht an wunderbar geklappt hat. Sie hat nach dem Schließen ihrer Tür und dem Ausknipsen meiner Nachttischlampe kurz gefiept. Zum Trost habe ich meine Finger durchs Gitter gesteckt und ein bisschen mit ihr geplaudert, und nach 2-3 Minuten hat sie tief geschlafen. In dieser ersten Nacht hat sie sich nur einmal kurz gerührt und ich hab mein Einschlafprozedere wiederholt, untermalt mit Pralines grantigen Brummlauten ob dieser Störung, und seitdem ist Ruhe. Wenn ich Glück habe, lässt sie mich an freien Tagen bis 7.30 Uhr schlafen (wir gehen selten vor Mitternacht ins Bett), das finde ich sehr gnädig. Der Punkt Nachtschlaf war also recht zügig abgehakt.

Das mit der Sauberkeit ist noch lange nicht abgehakt. Milli hat wochenlang mit ihren Geschwistern ins Haus gemacht, die Motivation, es nun nicht mehr zu tun, ist also gleich Null. Wir gehen sehr oft mit ihr nach draußen, und dort erledigt sie auch brav und schnell ihre Geschäfte. Aber während der ausgedehnten Spielphasen mit Praline kommt es vor, dass sie sich blitzschnell hinhockt und einen kleinen See absetzt, auch wenn sie erst 10 Minuten vorher draußen pinkeln war. So schnell kann man gar nicht eingreifen. Außerdem kann man auch nicht den ganzen Tag daneben stehen. Auch das mit den Häufchen klappt nicht immer. Am liebsten macht sie in ihr ehemaliges Kinderzimmer, so dass die Tür dort inzwischen geschlossen bleibt. Ich erinnere mich an die Babyzeit all unserer Hunde, und eigentlich war es bei allen so. Als sie ca. 4 Monate alt waren, kam leise Panik in mir hoch: So, das kriegst du jetzt nicht mehr hin, dieser Hund wird nicht stubenrein werden. Der wird dir sein Leben lang in die Wohnung pieseln. Und eines Tages macht die Klo-Fee “Pling!” und das Auslaufmodell ist dicht. Und dann gibt es mit einem halben Jahr einen Rückfall, der einen fast wahnsinnig macht, und danach ist das Thema Stubenreinheit für immer erledigt. Man drücke mir die Daumen, dass es auch bei Milli so sein wird. Exklusive leiser Panik. Ich bin gespannt, ob ich die beim vierten Hund abwehren kann.

Milli muss nun alles lernen, was sie braucht, um sich in unserem Alltag wohlzufühlen. Sie begreift sehr schnell und hat einen Bonus, den alle anderen Hunde nicht hatten: eine für mich gänzlich ungewohnte innere Ruhe. Kein Herumgehüpfe und Gekasper, wenn geübt wird. Sie hört zu, und wenn sie verstanden hat, was man will, MACHT SIE EINFACH DAS, WAS MAN IHR SAGT. Ohne nachzufragen. Das ist eigenartig, wenn man zwei autistische, unsichere Kromis und einen Pudelclown großgezogen hat. Manches absolviert sie bereits besser als Praline. Zu Pralines Ehrenrettung muss ich sagen, dass sie damals einfach so mitgelaufen ist und ich seinerzeit einfach keinen Nerv für kontinuierliche Erziehungsarbeit hatte. Jetzt darf sie mit Milli mitstrebern und sich auch mal beim Belohnen vordrängeln. Milli wartet gerne.

Millis körperliche Entwicklung schreitet altersgemäß rasant voran. Sie wächst wie Unkraut und nimmt trotz mäkeliger Fresserei ordentlich zu. Wir füttern sie deshalb inzwischen fast genauso wie Praline. Morgens verdienen sie sich ihr Frühstück beim Spaziergang. Das besteht zum großen Teil aus Platinum Trockenfutter, gespickt mit ein paar Jokern, sprich Käsewürfeln, Trockenfleischstückchen und auch mal ein paar von diesen salamiähnlichen Belohnungswürstchen, die ich mit einer Schere in kleine Scheibchen schneide. Für die schwierigeren Übungen wie ordentlich an der Leine gehen oder zu mir kommen, wenn ein Reh über die Wiese düst, gibt es Leberwurst aus einem speziellen Döschen: https://www.glueckspudel.de/leckerchen/#more-4513. Zwischendurch gibt des dann nur eine Kleinigkeit wie einen Hühnerhals oder einen kleinen Knochen mit Fleisch. Und am Abend wartet die Hauptmahlzeit in Form von einem Barfmenü oder auch mal einer Dose, welche mal begeisert und auch mal gar nicht gefressen wird. Bleibt die Mahlzeit stehen, serviere ich nochmals am Morgen, und dann wird manchmal aufgefressen. Oder auch nicht. Ich bin es ja gewohnt…

So oder so bin ich mit Millis Entwicklung mehr als zufrieden. Sie wiegt aktuell 4,8kg und hat eine ungefähre Schulterhöhe von 30cm. Geht man davon aus, dass ein 3 Monate alter Welpe in etwa 40% seines Endgewichts auf die Waage bringt, wird sie auf jeden Fall im Kromistandard sein.

Ansonsten ist sie ein typisches Hundekind: Sie klaut Socken, zieht Handtücher vom Halter, entführt Hausschuhe, holt Chips vom Couchtisch, wenn man kurz den Raum verlässt und fürchtet sich auch mal vor einem besonders laut vorbeiratternem LKW. Sie geht ihrer Mutter meistens ans Herz und manchmal auf den Geist, ist unbekümmert und neugierig und ich bin froh, dass unsere Beete noch durch den Welpenzaun geschützt sind, sonst hätten die Blumen keine Köpfe mehr. Ansonsten hat sie sich bereits bestens an unseren Rhythmus angepasst, benimmt sich schon recht ordentlich bei den Pferden und hat kein Problem damit, auch einmal angebunden vor der Koppel zu warten. Auch den Sofaschlaf hat sie bereits zu schätzen gelernt und dafür lieben wir sie besonders.

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Milli 3 Monate (5)w  Milli 3 Monate (4)w

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