Milli

Kamille von der Weberkarde

geboren am 02.01.2019

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Milli ist unser erster „selbstgebastelter“ Hund und stammt aus Pralines K-Wurf. Wir wollten eigentlich keinen weiteren Hund, aber Milli war der Meinung, dass ein Hund allein im Hause Schöllerbacher viel zu langweilig ist und hat darauf bestanden, bei uns zu bleiben. Sie hat etwas an sich, das ich nur schwer mit Worten beschreiben kann. Was auch immer es ist, es hat uns völlig verzaubert und deshalb war es uns unmöglich, sie nicht zu behalten. Bis sie ausgewachsen und auch im Wesen ausgereift ist, möchte ich den interessierten Leser an ihrer Entwicklung teilhaben lassen und werde deshalb regelmäßig hier berichten. Eine endgültige Milli-Beschreibung wie bei unseren anderen Hunden entfällt dadurch wahrscheinlich oder wird evtl. von mir ergänzt, wenn sie mir komplett „erwachsen“ vorkommt.

 

Milli ist 3 Monate alt

Milli 3 Monate (6)w

Milli ist nun seit etwa 2 1/2 Wochen geschwisterlos und somit offizielles Familienmitglied. Unser Leben hat sich seitdem sichtbar beruhigt. Wir haben den Vorteil, dass Haus und Garten noch vom Wurf welpensicher sind und wir nur noch im Wohn- und Schlafzimmer ein paar Kabel verstecken mussten.

Die Nächte sind länger und erholsamer geworden, denn Milli schläft in einer großen Transportbox direkt neben meinem Bett. Was übrigens von der ersten Nacht an wunderbar geklappt hat. Sie hat nach dem Schließen ihrer Tür und dem Ausknipsen meiner Nachttischlampe kurz gefiept. Zum Trost habe ich meine Finger durchs Gitter gesteckt und ein bisschen mit ihr geplaudert, und nach 2-3 Minuten hat sie tief geschlafen. In dieser ersten Nacht hat sie sich nur einmal kurz gerührt und ich hab mein Einschlafprozedere wiederholt, untermalt mit Pralines grantigen Brummlauten ob dieser Störung, und seitdem ist Ruhe. Wenn ich Glück habe, lässt sie mich an freien Tagen bis 7.30 Uhr schlafen (wir gehen selten vor Mitternacht ins Bett), das finde ich sehr gnädig. Der Punkt Nachtschlaf war also recht zügig abgehakt.

Das mit der Sauberkeit ist noch lange nicht abgehakt. Milli hat wochenlang mit ihren Geschwistern ins Haus gemacht, die Motivation, es nun nicht mehr zu tun, ist also gleich Null. Wir gehen sehr oft mit ihr nach draußen, und dort erledigt sie auch brav und schnell ihre Geschäfte. Aber während der ausgedehnten Spielphasen mit Praline kommt es vor, dass sie sich blitzschnell hinhockt und einen kleinen See absetzt, auch wenn sie erst 10 Minuten vorher draußen pinkeln war. So schnell kann man gar nicht eingreifen. Außerdem kann man auch nicht den ganzen Tag daneben stehen. Auch das mit den Häufchen klappt nicht immer. Am liebsten macht sie in ihr ehemaliges Kinderzimmer, so dass die Tür dort inzwischen geschlossen bleibt. Ich erinnere mich an die Babyzeit all unserer Hunde, und eigentlich war es bei allen so. Als sie ca. 4 Monate alt waren, kam leise Panik in mir hoch: So, das kriegst du jetzt nicht mehr hin, dieser Hund wird nicht stubenrein werden. Der wird dir sein Leben lang in die Wohnung pieseln. Und eines Tages macht die Klo-Fee “Pling!” und das Auslaufmodell ist dicht. Und dann gibt es mit einem halben Jahr einen Rückfall, der einen fast wahnsinnig macht, und danach ist das Thema Stubenreinheit für immer erledigt. Man drücke mir die Daumen, dass es auch bei Milli so sein wird. Exklusive leiser Panik. Ich bin gespannt, ob ich die beim vierten Hund abwehren kann.

Milli muss nun alles lernen, was sie braucht, um sich in unserem Alltag wohlzufühlen. Sie begreift sehr schnell und hat einen Bonus, den alle anderen Hunde nicht hatten: eine für mich gänzlich ungewohnte innere Ruhe. Kein Herumgehüpfe und Gekasper, wenn geübt wird. Sie hört zu, und wenn sie verstanden hat, was man will, MACHT SIE EINFACH DAS, WAS MAN IHR SAGT. Ohne nachzufragen. Das ist eigenartig, wenn man zwei autistische, unsichere Kromis und einen Pudelclown großgezogen hat. Manches absolviert sie bereits besser als Praline. Zu Pralines Ehrenrettung muss ich sagen, dass sie damals einfach so mitgelaufen ist und ich seinerzeit einfach keinen Nerv für kontinuierliche Erziehungsarbeit hatte. Jetzt darf sie mit Milli mitstrebern und sich auch mal beim Belohnen vordrängeln. Milli wartet gerne.

Millis körperliche Entwicklung schreitet altersgemäß rasant voran. Sie wächst wie Unkraut und nimmt trotz mäkeliger Fresserei ordentlich zu. Wir füttern sie deshalb inzwischen fast genauso wie Praline. Morgens verdienen sie sich ihr Frühstück beim Spaziergang. Das besteht zum großen Teil aus Platinum Trockenfutter, gespickt mit ein paar Jokern, sprich Käsewürfeln, Trockenfleischstückchen und auch mal ein paar von diesen salamiähnlichen Belohnungswürstchen, die ich mit einer Schere in kleine Scheibchen schneide. Für die schwierigeren Übungen wie ordentlich an der Leine gehen oder zu mir kommen, wenn ein Reh über die Wiese düst, gibt es Leberwurst aus einem speziellen Döschen: https://www.glueckspudel.de/leckerchen/#more-4513. Zwischendurch gibt des dann nur eine Kleinigkeit wie einen Hühnerhals oder einen kleinen Knochen mit Fleisch. Und am Abend wartet die Hauptmahlzeit in Form von einem Barfmenü oder auch mal einer Dose, welche mal begeisert und auch mal gar nicht gefressen wird. Bleibt die Mahlzeit stehen, serviere ich nochmals am Morgen, und dann wird manchmal aufgefressen. Oder auch nicht. Ich bin es ja gewohnt…

So oder so bin ich mit Millis Entwicklung mehr als zufrieden. Sie wiegt aktuell 4,8kg und hat eine ungefähre Schulterhöhe von 30cm. Geht man davon aus, dass ein 3 Monate alter Welpe in etwa 40% seines Endgewichts auf die Waage bringt, wird sie auf jeden Fall im Kromistandard sein.

Ansonsten ist sie ein typisches Hundekind: Sie klaut Socken, zieht Handtücher vom Halter, entführt Hausschuhe, holt Chips vom Couchtisch, wenn man kurz den Raum verlässt und fürchtet sich auch mal vor einem besonders laut vorbeiratternem LKW. Sie geht ihrer Mutter meistens ans Herz und manchmal auf den Geist, ist unbekümmert und neugierig und ich bin froh, dass unsere Beete noch durch den Welpenzaun geschützt sind, sonst hätten die Blumen keine Köpfe mehr. Ansonsten hat sie sich bereits bestens an unseren Rhythmus angepasst, benimmt sich schon recht ordentlich bei den Pferden und hat kein Problem damit, auch einmal angebunden vor der Koppel zu warten. Auch den Sofaschlaf hat sie bereits zu schätzen gelernt und dafür lieben wir sie besonders.

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Milli 3 Monate (5)w  Milli 3 Monate (4)w

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