K-Wurf

DIE WELPEN DIESES WURFES SIND ALLE SCHON VERGEBEN!

02.01.2019

Mutter: Praline von den Elfchen

Vater: Lord Voldemort (reinrassiger Kromfohrländer)

3 Rüden/2 Hündinnen

 

Woche 6

Na also, es geht doch! Irgendwann im Laufe der Woche ist unseren K’s der Knopf aufgegangen, was sie mit dem Inhalt ihrer Futterschüssel anfangen sollen. Unterstützt durch Praline, die ihre Brut konsequent von der Brust gepflückt und ihnen dafür täglich ihren eigenen Mageninhalt zur Verfügung gestellt hat. Jetzt brauche ich nur mit der metallenen Ringschüssel kommen und ein wenig mit den Fingern darauf trommeln. Das wirkt wie der Triangel auf der Bonanza Ranch, den der chinesische Koch Hop-Sing geschlagen hat, wenn das Essen fertig war. Dazu rufe ich mit heller Stimme „Futtifuttifutti“. Hui, da galoppieren die Hungrigen aus allen Ecken zusammen und stürzen sich auf ihre Mahlzeit! Die Fleischstücke sind nun schon etwas größer, damit die Herrschaften ein bisschen was zu tun haben. Manch einer stopft sich den Mund voll, trabt damit in eine Ecke und spuckt es dort wieder aus, um die Portion in aller Ruhe ganz für sich allein verspeisen zu können. Man hat da so seine Vorlieben. Kurti praktiziert dieses Hamstern sehr gerne. Kamille hat keinen Stress, sie frisst oft nur kurz und schaut dann immer mal wieder vorbei, Knödel hält es ähnlich. Der hat für stetiges Fressen einfach keine Zeit. Es gibt so viele Abenteuer, die er dabei verpassen könnte. Keli hat ihren Stil beibehalten. Wenn sie was macht, dann gründlich, zeitsparend und konzentriert. Und der Käpt’n, der steht am längsten an der Schüssel. Bedächtig, langsam und mit gesundem Appetit frisst er ein Bröcklein nach dem anderen und lässt sich auch von seinen bereits herum hüpfenden Geschwistern nicht aus der Ruhe bringen. Außer, wenn Knödel oder Kurti mal wieder Schabernack im Sinn haben und ihm währenddessen in sein Schwänzlein beißen. Oder, wenn das Futter schon fast weg ist, in die Schüssel steigen und die Rinne entlang spazieren, um nach Resten zu suchen. Wenn da noch einer frisst, macht ihnen das nichts aus, sie latschen ihm einfach über die Nase. Und weil das mit dem Fressen jetzt endlich so einen Spaß macht, holt der Knödel gerne ein Spielzeug und deponiert es im Napf, damit es sich auch laben kann.

Schüsselspaziergang  die Ente darf auch mitessen

Heute hab ich ihnen ein paar kleine Karotten hingelegt und beobachtet, was sie damit anfangen. Doch, die taugen durchaus als Welpenüberraschung: Spannung, Spiel und was zum Naschen. Wenn man sie anschubst, rollen sie. Wenn man hineinbeißt, schmecken sie interessant. Man kann sie quer ins Maul nehmen und sehr gut herumtragen. Man kann sie an einem Ende aufnehmen, dann sieht es aus, als ob man ein toller Hecht wäre und mondän eine Zigarre raucht. Man kann super darum streiten, an jedem Ende hängt einer und zieht. Und womöglich kommt noch ein Dritter dazu und verbeißt sich in die Mitte. Man kann sie zwischen die Pfoten nehmen, aufstellen und daran herumnagen wie ein Hase, man kann kleine Löcher hineinstanzen und sie unter einer Decke verstecken. Momentan ein nettes Spielzeug, Mal sehen, wie lange das Interesse anhält.

Kurti-Häschen  Karotten sind lustig

Leider spielt das Wetter so gar nicht mit. Wir hatten kurz etwas Fön und zumindest einige sonnige Stunden, aber jetzt hat uns der Winter wieder im Griff. Der eisige Wind braust uns um die Ohren, dass die Schneeflocken nur so durch die Luft wirbeln. Es ist wirklich eklig draußen. Am Samstag hatten wir mildere Temperaturen und haben spontan zusammen mit Besuchern ein Sonnenfenster genutzt, die Welpen geschnappt und in die Wiese gesetzt. Eine Minute waren sie in Schockstarre. Das feuchte Gras, der kalte Boden, die grelle Sonne, da blieb ihnen kurzfristig der Mund offen stehen. Dann haben sie die Lade wieder hochgeklappt und sind in alle Richtungen losgelaufen. Käpt’n hat ein bisschen länger gebraucht, der hat eine Minute gejammert, aber das ist ihm schnell zu blöd geworden und dann hat auch er sich umgesehen. Das ging ein paar Minuten gut, aber dann sind die kleinen Welteroberer schon so flott herum gesaust, dass wir sie wieder eingesammelt haben, da noch nichts gesichert war. Ich habe die Krise gekriegt, als Kurti sich durch den vertrockneten Melissenbusch gekämpft hat und mit Volldampfauf auf den mit sehr großen Stacheln versehenen Rosenstrauch zugesteuert ist. Ich bin keine hysterische Person, aber so ein kleines Auge ist schnell aufgespießt, also hieß es Kommando zurück und ab in den sicheren Hafen. Momentan nehmen wir immer mal einen einzelnen mit nach draußen, aber die Begeisterung hält sich bei Schneesturm und Kälte verständlicherweise in Grenzen. Setze ich den kleinen Wicht auf den Boden, schaut er kurz, dreht sich um und setzt sich auf meine Schuhe, denn die sind warm und trocken. Wir haben sehr gescheite Welpen, finde ich.

Heute hat sich das Wetter soweit beruhigt, dass wir endlich draußen alles für die Gartensaison vorbereiten konnten. Am Nachmittag war es so schön, dass wir kurz Pause gemacht und die 5 mit rausgenommen haben. Hui, war das ein Spaß! Sofort sind alle losgedüst und haben das ganze Areal abgeklappert. Völlig selbstverständlich. Keine Angst, kein Gejammer. Nur der Kurti hat sich sehr geärgert, weil er so viel kleiner ist als seine Geschwister, dass er nicht auf den Podest des Strandkorbs klettern konnte und die anderen schon oben gestanden sind. Hat der geschimpft!

los geht's  Praline passt auf

Vorsicht auf der Treppe  Outdoorfamilie

interessanter Boden  neue Aussichten

Keli kommt angesaust  die Damen unter sich

Aber man kann grundsätzlich auch Indoor viel Spaß haben. Mittlerweile sieht unser Flur aus wie ein Freizeitpark. Das Wackelbrett wird begeistert genutzt. Knödel ist der Rummelplatzhero und kann schon richtig gut auf allen Vieren balancieren, so dass die Scheibe tatsächlich einige Zeit in der Mitte bleibt und nicht kippt. Wir haben eine Holzdrehscheibe hervorgekramt, die als Karussell verwendet wird. Das sieht wirklich lustig aus. Man hockt auf dem Rand des Lederbettchens, holt Schwung, hüpft von dort aus auf die Platte, die sofort zu rotieren anfängt, fährt eine Runde im Kreis, springt runter und mit Anlauf auf das Wackelbrett. Der beste Ehemann hat aus einer kleinen Bananenschachtel eine Schaukel gebaut, die finden sie ganz großartig. Auch hier erweist sich Knödel wieder als der Geschickteste, er hat es in kürzester Zeit geschafft, komplett hinein zu klettern und eine Runde zu schaukeln. Er ist ein richtiger Witzbold, hoch kreativ und für jeden Spaß zu haben. Sehr kurzweilig ist es auch, sich zu zweit oder zu dritt mit den Vorderpfoten auf den Rand zu stellen und zu schauen, wer es am längsten schafft, sich auf den Hinterbeinen zu halten. Wer sich umschubsen lässt, hat verloren.

Käpt'n als Trittbrettfahrer  Knödel schaukelt

Wenn die Mannschaft im Schweinsgalopp aus dem Kinderzimmer flitzt, stört es sie überhaupt nicht, wenn sie an die Schachtel stoßen und auch mal einen Rempler abkriegen. Auch den Tunnel haben wir ausgepackt. Der ist wie immer ein Spaß für die ganze Familie. Praline tut nichts lieber, als mit Hurra hinein zu düsen. Ihre Kinder begeistert hinterher. Mittendrin bleibt sie abrupt stehen. Massenkarambolage.  Dann wendet sie und rührt im Auffahrunfall herum. Alle kugeln übereinander, jagen sich, raufen oder versuchen zu entkommen. Von außen sieht es aus, als ob der Tunnel eine lebendige, sehr fette Boa constrictor wäre, die gerade ein ganzes Schwein verschluckt hat und versucht, es zu verdauen.Die Jagdsaison hat auch wieder begonnen. Praline zeigt, wie es geht und hat großen Spaß an einer ordentlichen Verfolgungstour mit begehrtem Spielzeug. Und am Tauziehen mit ihren Sprösslingen. Ich bin wirklich bestens unterhalten.

im Tunnel  Zerrspiele

Wenn die Meute so richtig Dampf abgelassen hat, wird es auf einmal sehr, sehr ruhig. Jeder verzieht sich in eine Ecke und die einen versuchen, durch intensives Bearbeiten eines Spielzeugs an dessen innere Werte zu gelangen. Die anderen kugeln paarweise ein wenig miteinander herum, sehr lieb und freundschaftlich und ohne wildes Getue und herzhafte Bisse in die Weichteile.

Keli meint, alles meins  Käpt'n und Kamille

Kurti mit Nucki  Kamille mit Nucki

mein Haus  Kurti mit Bienchen

dem Schaf geht es an den Kragen  Hauruck

Käpt'n k.o.  Knödel nagt

Keli im Tiefschlaf  ???

In dieser Phase der ruhigen Beschäftigung beginnt meine Lernzeit mit ihnen. Ich setze jeden einzeln auf den arbeitslosen Koksofen im Welpenzimmer, der mit einer rutschfesten Unterlage belegt ist. Dort wird die Haarpracht gebürstet und vor allem die Vorderpfoten, an denen sich Hunde oft so ungern anfassen lassen, mit einem feinen Kamm gekämmt. Die Pfötchen werden inspiziert und in den Zehenzwischenräumen herum gepopelt. Ich schaue in die Ohren und bohre ein wenig hinein. Die Zähne werden unter die Lupe genommen, indem ich die Lefzen anhebe und auch die Zahnreihen teile und kurz in die Maulhöhle einen Blick werfe. Der Popo wird kontrolliert und allenfalls ein paar Haare abgeschnitten, damit nichts verklebt. Das alles dauert nicht lange und wenn die Welpen in der richtigen Stimmung sind, empfinden sie das als exklusive Einzelbehandlung und nette Schmuseeinheit. Es wird natürlich viel gelobt, und wenn einem etwas nicht geheuer ist, machen wir ein kleines Spiel und kuscheln ein bisschen, und alles ist gut. Ich hoffe, hier die notwendige Pflegeroutine in ihren neuen Familien anzulegen und ihnen auf angenehme positive Weise das Hinnehmen und Stillhalten schmackhaft zu machen. Es ist eine Frage des richtigen Timings, und bis jetzt sind alle kleinen Herrschaften mit meiner regelmäßig durchgeführten Wellnessbehandlung mehr als einverstanden.

Das 6 Wochen Rosipuu Bild  auf dem Frisiertisch

Eine erfreuliche Tatsache ist, dass Praline unglaublich gut beieinander ist, trotz der Höchstleistung, die sie bei jedem Wurf vollbringt. Mittlerweile ist sie 7 ½ Jahre alt und ich beobachte sie mit Argusaugen. Ermattet sie zwischendurch? Gehen ihr die zig Sprünge über die Absperrungen an die Substanz? Natürlich haben wir überall Kissen liegen, damit sie weich abspringen und landen kann, ohne die Gelenke zu stauchen. Trotzdem ist das täglicher Sport, den sie so nicht gewohnt ist. Wie ist ihre körperliche Verfassung? Wirkt sie ausgelaugt? Hat sie noch Ausfluss, ist das Gesäuge in Ordnung? Was soll ich sagen? Welpen sind für Praline anscheinend ein richtiger Jungbrunnen. Ihr Allgemeinzustand ist hervorragend. Nach Wochen des Austragens und Säugens ihrer Kinder wiegt sie fast ein Kilo mehr als vor der Trächtigkeit. Sie ist fit wie ein Turnschuh, kümmert sich unermüdlich, ja, ich möchte fast sagen, mit täglich wachsender Begeisterung  hingebungsvoll  um ihre Kinderschar und albert und wetzt herum wie ein Junghund, obwohl sie nun doch schon in mittlerem Alter ist. Das alles zeigt mir, dass es sich erstens lohnt, wenn man so ein Geschiss um seine Mutterhündin macht und zweitens, dass sie wirklich die geborene Zuchthündin ist. Wir haben so ein großes Glück mit ihr gehabt, dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Welch genialer Schachzug ihrer Züchterin mit der Verpaarung ihrer Eltern gelungen ist, indem sie zwei völlig unterschiedliche Linien und Farbschläge miteinander kombiniert hat, wurde mir eigentlich erst letztes Jahr so richtig bewusst, als ich mich sehr intensiv mit der Pudelzucht beschäftigt habe. So gesehen ist ihre Erbanlage ein großer Schatz und darüber hinaus hat sie sozusagen als Person so viel zu bieten: Eine robuste Konstitution, ein ausgeglichenes freundliches unkompliziertes Wesen, große Instinktsicherheit und als Markenzeichen ein furchtbares Ringelschwänzchen, das sie leider durchschlagend an ihre Kinder vererbt. Nun, ich denke, damit kann man gut leben. Bis nächste Woche!

Die beste Mama auf der Welt  Praline spielt mit

Woche 5

Ein wenig frustriert bin ich schon. Auf dem kleinen Bildschirm meiner Kamera sehen meine Fotos immer ganz toll aus, und wenn ich sie zum Bearbeiten auf den PC spiele, ist die Ernüchterung groß. Viele sind irgendwie unscharf, komisch und gar nicht so, wie ich das wollte. Ich habe einfach keine Begabung für Technik. Für die HP muss ich sehr kleine Fotos nehmen, sonst reicht mein Speicher nicht, darum hoffe ich, dass sie hier besser aussehen.

Diese Woche ist wie im Flug vergangen. Viel Besuch war da, und unsere Mäuschen waren sehr offen für neue Begegnungen und überhaupt nicht schüchtern. Schüchtern ist hier sowieso keiner, im Gegenteil. Dieser Wurf besteht aus recht mutigen und aktiven Welpen. Fremde Leute? Super! Die Tür ist offen und eine neue, unbekannte Welt darf besiedelt werden? Wunderbar! Ein Wackelbrett, das nie stillhält, wenn man es betritt? Lustig! Egal, was wir an Neuigkeiten bieten, eine Horde Draufgänger stürzt sich begeistert in neue Abenteuer.

mit Mama hinaus in die neue Welt  Raumerweiterung

Wenn ich da an meine Kromiwelpen zurückdenke… die kommen mir heute im Gegensatz zu diesen kleinen Eroberern hier wie Autisten vor. Jede Änderung wurde erstmal misstrauisch begutachtet und von zögerlich bis richtig panisch war alles dabei. Wir haben viel mehr Geduld gebraucht, um sie an Neues zu gewöhnen, und selten war einer dabei, der sich ruhig und gelassen daran annähern konnte.

Die Gemeinsamkeit zu den reinrassigen Welpen besteht allerdings in manchmal wirklich wildem Spiel miteinander. Da wird es schon mal ganz schön laut. Man stürzt sich mit Hurra auf einen Spielpartner, und der tut entweder genauso enthusiastisch mit oder sagt deutlich seine Meinung, wenn er gerade seine Ruhe will. Die K’s apportieren auch wirklich gerne. Ständig wird umdekoriert, und keine Mühe ist zu groß, um diverse Spielsachen von A nach B zu schleifen. Egal, wie groß und sperrig sie sind. Ich könnt mich zerkugeln, wenn so ein kleiner Kerl eine schöne Beute gemacht hat und sie mit hocherhobenem Köpfchen stolz trabend in eine Ecke trägt, um das arme Ding dort mit seinen nadelspitzen Zähnen zu bearbeiten.

Das einzige, worauf sich keiner stürzt, ist die Futterschüssel. Es ist zum verrückt werden. Da schlafen die müden Helden stundenlang und eigentlich sollte man glauben, dass nach dem Erwachen zumindest ein Hauch von Appetit gezeigt würde. Mitnichten. Egal, was ich hinstelle, man kostet 1-2 Bissen, und dann ist auch das tollste Fleisch schon wieder uninteressant. Praline unterstützt mich hier tatkräftig, indem sie ihnen täglich einen Teil ihrer Futterration hinwürgt und ihnen sogar ihre geliebten Hühnerhälse spendiert. Aber auch daran finden sie keinen Gefallen. Sie hätten einfach gerne weiterhin Muttermilch. Das möchte Praline aber eigentlich nicht mehr so gerne. Die Kinder sind alt genug für „Erwachsenenmenüs“ und das Herumgeziehe an ihren Zitzen ist einfach nicht mehr angenehm. Sie wendet wirklich sehr viel Energie dafür auf, sie von ihrem Gesäuge fernzuhalten. Natürlich könnte sie auch einfach abhauen. Aber dazu ist zu sehr Vollblutmutter. Die kleinen Krokodile sollen lernen, dass Mutter mehr als eine Tankstelle ist. Sie spielt nämlich wirklich gerne mit ihren Kindern und gibt ihr Bestes, um die Welpen zu angenehmen Zeitgenossen zu erziehen. Dabei hat sie wirklich viel zu tun. Manche der kleinen Wichte sind ganz schön frech. Einen Quälgeist zu disziplinieren und einen anderen gleichzeitig vom Gesäuge wegzuscheuchen, ist schwere Arbeit. Das hört sich manchmal wirklich wild an und wer solche Situationen zum ersten Mal sieht, könnte glatt glauben, dass sie gleich ihre Kinder frisst. Aber da braucht man sich gar keine Sorgen zu machen, sie ist eine sehr konsequente Mutter, aber sie krümmt ihren Kindern kein Härchen. Es dauert bestimmt nicht mehr lange, dann wird auch der letzte Busennuckler begriffen haben, dass er sich seine Magenfüllung woanders organisieren muss.

Praline hat immer zu tun  Respektabstand

Grundsätzlich bin ich sehr froh, so einen großartigen Hund zu haben, der seinen Erziehungsjob derart ernst nimmt. Aber vor allem nachts würde ich mir manchmal wünschen, Praline wäre nicht gar so überfürsorglich. Regelmäßig muss sie nach ihrer Brut sehen, obwohl die selig schläft. Damit weckt sie natürlich alle auf. Und damit auch mich. Mache ich die Schlafzimmertür zu, jammert sie. Lasse ich sie offen, rennt sie alle 2-3 Stunden zur Mannschaftskontrolle. Leider höre ich jedes Geräusch und fühle mich momentan wirklich furchtbar. Dauernde Störung des Nachtschlafs wird in undemokratischen Ländern als Foltermethode angewandt. Das sollte jeder bedenken, der vorhat, sich auf die Zucht von Hunden einzulassen. Momentan fühle ich mich uralt und ich bin wirklich heilfroh, dass ich gerade Urlaub habe. Erholung sieht wahrlich anders aus, aber ich werde 1000fach dafür entschädigt, wenn ich meinen kleinen Flauschbällchen beim Spielen zusehe.

Plausch unter Nachbarn  Rangelei

Dabei lädt sich meine Batterie zumindest halbwegs wieder auf und es gibt Momente, die sind einfach unbezahlbar. Neulich hab ich alles, was angepieselt war, auf einen Haufen geworfen und gerade den Wischer schnappen wollen, als der kleine Kurti hocherfreut den Wäscheturm entdeckt und sich bis zur Bergspitze hinaufgearbeitet hat. Dort oben thronte er dann wie der König eines großen Reiches und kam sich unglaublich wichtig vor. Diesen Thron hat er auch mutig vor anderen Emporkömmlingen verteidigt. Ehrlich, wer will denn da noch wischen?

Prinz auf der Erbse  Wo ist Kamille hin

Es ist wirklich erfüllend, jeden einzelnen Welpen dabei zu beobachten, wie er sich zu einer ganz individuellen Persönlichkeit entwickelt. Dazu muss man sich Zeit nehmen. Und sich selber zurück. Das kann ich auch jedem Besucher empfehlen. Ich kann gut verstehen, dass man die niedlichen Wolldinger am liebsten dauernd streicheln und herzen möchte. Aber man verpasst dabei, wie sie sich verhalten. Außerdem haben sie oft keine Lust dazu, sie sind ja auch keine Stofftiere. Wenn sie wach werden, möchten sie erst mal pieseln. Und dann möchten sie spielen. Manchmal wild und frech, manchmal für sich alleine. Stört man sie dauernd, sind sie genervt. Man stelle sich ein zweijähriges Kind vor, das aus dem Schlaf erwacht und putzmunter ist. Das möchte auch nicht dauernd auf dem Schoß eines Erwachsenen sitzen und sich abknutschen lassen und würde bestimmt irgendwann ungehalten, wenn man dies dauernd versuchte. Sind die Welpen in Spiellaune und ich tauche auf, dann freuen sie sich wie die Irren. Alle hüpfen an mir hoch und wollen mir am liebsten in den Hals kriechen und mir das Gesicht ablecken. Dabei wird gewedelt, dass es eine Freude ist. Aber nach dieser stürmischen Begrüßung wünscht man, sich wieder selbstständig beschäftigen zu dürfen. Wenn die Bewegungen langsamer werden und die allgemeine Müdigkeit sich breit macht, dann hat man gute Chancen, dass sich ein abgekämpfter Krieger auf den Schoß setzt und sich liebend gerne in den Schlaf kuscheln lässt.

Kurti beim Kuscheln  Kurti knabbert am Zeh

 

Um mal wieder ein paar oberschlaue Sprichwörter zu strapazieren: Es ist, wie es ist. Nicht gut oder schlecht, sondern einfach, wie es ist. Jedes Ding hat zwei Seiten. Versucht man so neutral wie möglich jeden einzelnen Welpen zu betrachten, dann fallen einem genau diese zwei Sätze ein.

Der kleine Kurti ist oft sehr frech und grob mit seinen Geschwistern. Das könnte man negativ werten: Aha, ein Raufer. Tatsächlich ist er einfach ausgesprochen kontaktfreudig. Er ist nicht so der vor-sich-hin-Trödler, er liebt Gesellschaft. Sein Schwänzchen wedelt ununterbrochen und er freut sich wie kaum ein anderer über einen Gefährten, egal, ob auf 2 oder 4 Beinen. Dass er nicht auf jedem herumspringen und hineinbeißen kann, wie er will, muss er erst noch lernen. Langsam kommt er schon dahinter, dass die Gaudi schnell vorbei ist, wenn er nicht ein bisschen vorsichtiger ist. Er ist einfach ein lebhafter kleiner Geselle mit viel Humor und einem sehr offenen Wesen.

Kurti sehr süß  Kurti 5 Wochen

Kurti zuckersüß  Kurti auf der Wackelplatte

Kamille wirkt oft ein wenig schüchtern. Sie schläft viel, ist eher eine, die reagiert statt agiert und im Hintergrund wartet, was die anderen so machen, bevor sie mitmacht. Man könnte sie als langweilig oder vielleicht sogar als ängstlich ansehen. Aber das ist sie überhaupt nicht, sie ist eher eine Denkerin und überlegt genau, bevor sie handelt. Und sie kann sich sehr gut wehren, wenn einer frech wird. Dass sie überall gut schläft, rechne ich ihr eher als Gelassenheit an.

Kamille darf sich was aussuchen  Kamillenteddy

Kamillenbaby  Kamille schläft mal wieder

Knödel kann sehr hartnäckig sein, wenn er etwas will. Möchte er an Mutters Busen und Mutter möchte das nicht, dann gibt er beim ersten Anschiss noch lange nicht auf. Immer wieder versucht er, lustig hüpfend und mit freundlichen Gesten, einer Zitze habhaft zu werden und holt sich 3 bis 4 ordentliche Watschen ab, bis er genug hat. Klarer Fall: ein Sturkopf. Ich würde es eher heiter hoffend nennen und ich freue mich, dass er beim ersten Donnerwetter nicht gleich ängstlich den Schwanz einzieht und seelisch zusammenkracht. Der Bursche hält was aus und ist ein ausgesprochen freundlicher kleiner Bub, der zwar ein wenig stürmisch sein kann, aber immer fröhlich ist.

Knödel 5 Wochen  Knödel mit Riesenaugen

Knödel im Gleichgewicht  Knödel perfektes Fotomodell

Keli ist immer noch eine flinke junge Dame, die oft in Raufereien verwickelt ist und dabei ein Riesengeschrei macht. Oh, eine hysterische Zicke, könnte man glauben. Wenn man sie länger beobachtet, merkt man allerdings, dass sie meistens nicht die Verursacherin ist. Sehr oft mischt sie sich in Auseinandersetzungen ein und wäscht den Raufbolden einfach den Kopf. Sie mag eben keine ungehobelten Geschwister. Wenn um sie herum Eintracht herrscht, ist sie eine brave kleine Maus, die sich ganz hervorragend selbst beschäftigen kann und so unauffällig vor sich hin spielt, dass man sie glatt übersehen könnte.

Keli im Spielparadies  Keli unwiderstehlich

Keli wackelt  Keli hilft beim Hausputz

Käpt’n ist meistens unsichtbar. Er macht irgendwo sein Ding, kommt nicht gleich hergelaufen, wenn es alle tun und will auch mal für sich sein. Das wirkt schnell unnahbar. Für mich ist er einfach ein ausgesprochen relaxter kleiner Zeitgenosse, der nicht zwingend überall seinen Senf dazu geben muss. Er hat immer noch diese innere Ruhe, aber da braucht es Zeit, um diese Qualität an ihm zu entdecken. Er ist der einzige, der nicht gleich nach 3 Sekunden wieder von der Futterschüssel  wegrennt, sondern ruhig und bedächtig vor sich hinmampft. Und wenn ihm nach Schmusen ist, dann ist er ein unglaublicher Charmeur.

Käpt'n 5 Wochen  Käpt'n Biepsnase

???  Käpt'n gerade aufgestanden

Und keiner der Welpen ist immerzu gleich drauf, das wäre ja nicht normal. Jeder kann frech und lieb sein, raufen oder sich wehren, unauffällig oder eine Nervensäge sein, sich liebend gerne kuscheln lassen oder gerade keine Lust dazu haben. Sie sind alle genau richtig, wie sie sind, man muss nur den Kern erkennen und ein wenig lenken, dann kann sich jeder auf seine Weise entfalten.

 

Wir hoffen sehr, dass es uns im Lauf der Woche gelingt, den Gartenauslauf herzurichten. Leider ist es immer noch saukalt, aber immerhin scheint ab und zu die Sonne, und wenn man an einer geschützten Stelle steht, wärmt sie tatsächlich schon ein bisschen. Unsere Pferde machen das sehr schlau: Sie stellen sich mit der Breitseite in die Sonne und lassen sich den dicken Winterpelz wärmen. Wie entspannend das wirkt, zeigen diese Fotos von unserer trächtigen Honey und ihrer ebenfalls trächtigen Mama Sugar.

???  ?????

Bis nächste Woche, und dann hoffentlich schon mit ersten Berichten von der Wiese.

 

Woche 4

Wer glücklich sein will, braucht Mut. Mut zur Veränderung. Mut, um neue Brücken zu bauen, alte Pfade zu verlassen und neue Wege zu gehen.

Diesen Spruch habe ich so oder so ähnlich vor kurzem auf Facebook gelesen und ich finde ihn wunderbar passend zu den Ereignissen der letzten Woche. Unsere K’s haben beschlossen, das Nest zu verlassen und die Welt zu erobern. Diese Welt besteht für die Kleinen momentan noch aus einem Zimmer, aber für so einen Dreikäsehoch ist das schon ganz schön groß. Es gibt so vieles zu entdecken und auszuprobieren. Dafür braucht man schon ein wenig Mut, und den haben sie. Allerdings haben die Welpen absolut keine Eile mit ihrer Eroberung. Stück für Stück arbeiten sie sich durch die neue Freiheit. Zuviel auf einmal muss nicht sein. Man geht langsam, aber gründlich vor. Keli ist meistens die erste, die sich etwas vornimmt, die anderen folgen ihr später nach. Die Geschwister zu benagen ist mittlerweile Babykram, wenn, dann wird schon richtig lustig gebalgt und miteinander herumgesaust. Was freut man sich, wenn man ein Spielzeug zu fassen kriegt und es sich durch die Gegend schleifen und schütteln lässt!

Käpt'n schleift Rosipuu herum Großwildjäger

Der bewährte Katzentunnel ist jetzt auch Teil der Einrichtung und wird bereits neugierig inspiziert.

Tunnelforscher  wer bist denn du

Und es ist passiert, was bei jedem Wurf passiert: Die Welpenkiste ist von einem Tag auf den anderen uninteressant. Nur noch ganz selten verirrt sich jemand da hinein. Man hat das kuschelige Crunchie der Mama beschlagnahmt und zur neuen Schlafstatt erkoren. Auch recht. Ich denke, es liegt daran, dass man hier einfach den besseren Ausblick hat. Man liegt mit dem Rücken zur Wand und mit dem Blick zur Tür und sieht sofort, wenn sich was tut. Die Welpenkiste steht hinter dem arbeitslosen Koksofen und man muss schon um die Ecke schauen, wenn man wissen will, wer den Raum betritt. Ein passendes Verhalten für einen wachsamen Hund, wie sowohl die Kromfohrländer als auch die Pudel es sind.

Auch Praline ändert langsam ihren Umgang mit der Brut. Die ersten 3 Wochen ist ihr einziges Ziel das Kümmern und Sorgen. Jetzt, da die Kinder ein Eigenleben entwickeln, müssen sie auch lernen, wie man miteinander umgeht. Praline fordert ersten Respekt ein. Sie lässt sich mitten in der Schar nieder, aber keiner darf an die Zitzen, wenn sie es nicht ausdrücklich erlaubt. Auch als Turngerät lässt sie sich nicht länger missbrauchen und verbittet sich vehement freches Herumturnen über ihr Gestell. Im ersten Moment erschrickt man, wenn sie ihre für uns noch winzig kleinen Babys bedrohlich anknurrt, aber die verstehen das schon. Und die, die es nicht gleich verstehen, kapieren es spätestens dann, wenn ihr Kopf kurz in Mutters Maul verschwindet. Die Mimik der Kleinen ist unbezahlbar. Man wird ganz starr, macht große Augen und wendet den Blick ab, die Ohren werden so an den Kopf geklappt, dass sie fast verschwinden und dann dreht man sich in Zeitlupentempo weg und trollt sich. Praline ist schnell zufrieden. Wenn sie sie in Ruhe lassen, dürfen sie auch gerne bei ihr liegen bleiben. Aber gekaspert wird gefälligst woanders.

Respekt bitte  Mama mit Sitzsaugern

Außerdem hat sie ihre Besuche im Welpenzimmer deutlich reduziert. Die Welpen sind länger am Stück wach, schlafen dafür aber auch oft mehrere Stunden durchgehend. Praline lässt sich nur noch zum allfälligen Säugen blicken, und auch das nur kurz. Und sie fegt laut bellend rein, wenn die kleinen Gesellen zu übermütig werden. Bahnt sich irgendwo ein Raufhandel an, kommt –tatü tata- die lockige Polizei und sorgt für Sitte und Ordnung.

Dass die wandelnde Milchbar sich immer rarer macht, merkt man auch an der Waage. Die Zunahmen haben sich deutlich verringert und auf ein normales Maß heruntergeschraubt. Somit stehen alle Anzeichen auf Zufüttern. Die erste Mahlzeit nach der Muttermilch ist traditionell fein gemustes Rindfleisch. Und es hat wunderbar geschmeckt. Wie alle unsere Welpen sind auch diese hier keine großen Gierhälse und finden alles andere interessanter als eine Futterschüssel, aber sie stellen sich recht gut an, fressen schon selbst und schweinern auch nicht allzu sehr herum. Die Zähne sind mittlerweile durchgebrochen, aber so richtig benutzt werden sie noch nicht. Auch hier zeigt sich unsere kleine Meute sehr gelassen. Egal, was es ist, man geht es ruhig an und macht sich keinen Stress.

mal gucken ob das schmeckt  wenigstens 2 futtern

Normalerweise richten wir um diese Zeit den Gartenauslauf her. Daran ist noch nicht einmal im Traum zu denken. Schon aus praktischen Gründen. Es hat meistens Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und wir können keine Zaunpfosten in den Boden schlagen, weil der pickelhart gefroren ist. Für die Welpen wäre die Kälte wahrscheinlich ein Schock und kein Erlebnis, an das man sich gerne erinnert. Ich denke, die Kleinen sind noch sehr gut drinnen aufgehoben. Ich habe den Eindruck, dass es auch noch Zeit hat, bevor wir den Großteil der Wohnung für sie öffnen. Sie sind noch so zufrieden in ihrem Zimmer und vollauf damit beschäftigt, dort alles zu erkunden und sich dabei nicht aus den Augen zu verlieren. Ein paar Fotos quer durch den Alltag:

Knödel und Keli ganz unschuldig  Kamille und Kurti

angeregte Unterhaltung  die 2 Schwestern

aua mein Schwänzchen  immer auf die Kleinen

wildes Durcheinander  Keli entdeckt das Wasser

Kurti so suß  Kurti 4 Wochen

Käpt'n nachdenklich  dunkler Kurti auf dunklem Grund

Keli fast 4 Wochen  Spezialbett

der Welt süßester Teddybär  Kamille fast 4 Wochen

entspannter geht es nicht  die 3 Brüder

Herumlümmeln  Kamille läuft im Schlaf

Knödel 4 Wochen  dieser Blick

Käpt'n 4 Wochen  Bääh

schlaf Kamille schlaf  Kamille immer am Schlafen

Und ich bin auch nicht böse, wenn sich das „Ausmisten“ noch auf einen Raum beschränkt. Das ist schnell erledigt und ich habe Zeit, mich um den Papierkram zu kümmern, den die Welpeneltern mitbekommen. Unter anderem auch um ein von Willebrand Typ 1 Testergebnis. Ca. 1/3 der Kromfohrländer trägt diesen Defekt, der die Blutgerinnung stören kann. Wohlgemerkt, KANN, nicht MUSS. Meistens passiert gar nichts und selbst Merkmalsträger, die von Vater und Mutter den Defekt geerbt haben und somit doppelt tragen, sind oft ihr Leben lang symptomlos. Aber wenn doch einmal ein Problem mit der Blutgerinnung auftritt, ist es schlimmer ausgeprägt, wenn ein Tier Merkmalsträger ist, als wenn nur ein Gen betroffen ist. Würde man nun alle Träger aus der Zucht nehmen, wäre dieser Defekt sofort beseitigt, aber dann gäbe es keine vernünftige Kromfohrländerzucht mehr. Die geringe Problematik lässt eine Zucht mit Anlageträgern durchaus zu. Vorrangiges Ziel sollte es sein, keine Merkmalsträger mehr zu züchten. Damit das nicht passieren kann, muss man einen Backenabstrich von den Zuchttieren machen und im Labor testen lassen.

Dieser Test scheidet die Geister. Er ist eindeutig, aber noch nicht für Kromfohrländer offiziell anerkannt (was sich übrigens ziemlich sicher bald ändern wird). Nun hat man 2 Möglichkeiten: Man steckt den Kopf in den Sand und tut so, als ob das alles nicht existieren würde. Und riskiert sehenden Auges, aber mit der Hand davor die Zucht von Hunden, die ein höheres Risiko tragen, bei Extremsituationen zu verbluten. Oder man testet trotzdem, auch wenn noch kein Beamter seinen Heinz-Hermann drunter gesetzt hat. Man darf raten, zu welcher Gruppe ich gehöre. Praline ist ja gottlob frei, aber der Vater ist Anlageträger. Das ist kein Beinbruch, aber statistisch werden 50% der Welpen die unerwünschte Anlage des Vaters geerbt haben. Ich will es natürlich genau wissen und möchte das Ergebnis auch meinen Welpeneltern mitgeben können. Deshalb haben wir gebürstet. Das war keine große Sache, bis die Welpen mitgekriegt haben, was da in ihrer Lefze herumkratzt, war ich auch schon fertig. In den nächsten 1-2 Wochen bekomme ich das Ergebnis. Liebe Züchter da draußen, fürchtet euch nicht und lasst eure Zuchthunde testen. Das ist eine Investition in die Zukunft, die JETZT beginnt. Ihr habt es in der Hand. Und wir bereits im Bürstchen.

Testbürstchen

 

Woche 3

Die 3. Woche im Leben der Welpen ist für mich die spannendste. Nix mehr nur rumliegen, saugen und schlafen. Unsere K’s haben dabei zwar keinen Geschwindigkeitsrekord gebrochen und erst am Wochenende so richtig losgelegt, aber das ist allemal früh genug. Es ist, wie wenn man einen Schalter umlegt. Auf einmal sind die Kleinen hellwach. Sie sehen sich um und nehmen Bewegungen wahr, folgen Geräuschquellen und sind interessiert an Kontaktaufnahme mit ihren Mitbewohnern, mit uns Menschen und natürlich ganz besonders mit der geliebten Mama. Die bringt eine gefüllte Milchbar mit, kümmert sich um das Wohlbefinden des Bäuchleins und, na, ist halt einfach die Mama. Und die ist bekanntlich immer die Beste!

Keli mit der besten Mama  Praline kümmert sich

Hallo Mama  vorne ablassen hinten reinlassen

Das, was ich so trocken „Kontaktaufnahme“ und  „Geräuschquelle“ nenne, ist allerbestes Kino. Der kleine Zwerg ist wach, ich spreche ihn an, und er dreht sich zu mir, schaut mich eine Weile ganz angestrengt an, weil er die Eindrücke erst mal in sein Hirn einsortieren muss und dann fängt das kleine Schwänzchen an wie irre zu wedeln und er kommt wacker angetapst. Also, wem da nicht das Herz übergeht, der hat keines. Extremely high level Niedlichkeitsfaktor hat es, wenn der kleine Kerl müde ist, sich zu mir schleppt, umfällt, sein Köpfchen in meine Hand bettet und einschläft. Diese Momente möchte ich so gerne konservieren, aber wie alles, was glücklich macht, sind auch diese unbezahlbaren Augenblicke vergänglich.

Handkopfkissen  allerliebster Knödelblick

Die Wachzeiten sind noch kurz, da ja alles, was die Welpen nun erleben, zum allerersten Mal in ihrem Leben passiert und sie diese neuen Eindrücke erst mal abspeichern müssen. Und das Gewicht spielt auch eine gewisse Rolle. Wir haben eine Pralinenschachtel voller Riesenbrummer und diese Masse will bewegt werden, das kostet natürlich umso mehr Energie, je mehr davon vorhanden ist. Der kleine Kurti hat hier einen Riesenvorteil, er hat gut ein Viertelkilo weniger und ist sozusagen der Sportwagen unter all den dicken Bentleys. An ihm ist alles eine Nummer kleiner -aber natürlich genauso wohlgeraten- und mit dieser aerodynamischen Karosserie ist er wesentlich agiler und wendiger als seine dicken Geschwister. Außerdem ist er der große Stimmkünstler der Truppe. Er singt, fiept, zwitschert, heult – und er kreischt! Manchmal so laut, dass er selbst davor erschrickt. Es kommt einfach so aus ihm heraus.

Und er flitzt durch die Gegend wie kein zweiter hier, denn seit Montag ist das Tor zur weiten Welt geöffnet. Die Welpen haben es noch nicht sehr eilig mit der Eroberung derselben, die meiste Zeit verbringen sie immer noch in ihrem Schlafzimmer. Eine Runde durch die neuen Gefilde reicht, dann ist die Batterie leer und muss neu geladen werden. Sind die Energietanks voll und das kleine Volk erwacht, dann wird es lustig. Man erforscht seine haarigen Geschwister, beißt sich gegenseitig in das, was man erwischt und probiert dabei seine Stimme aus.

Keli und Knödel  ich beiß dich, du beißt mich

Huckepack  Dicker Käpt'n auf dicker Kamille

Kurti ist wie schon erwähnt der Opernstar hier. Kamille ist passend zum Namen eher leise, sie wufft kurz oder knurrt ein bisschen, dafür hat sie großen Spaß an ersten Beuteschüttelversuchen. Knödel ist ein richtiger Brummteddy. Ein paar Tage hat er dauergeknurrt, ich fand das fast schon ein wenig besorgniserregend. Wahrscheinlich hatte er so viel Freude an seiner neuen Kunst, dass er gar nicht mehr damit aufhören konnte. Inzwischen hat sich das gelegt, aber er ist immer noch sehr aktiv auf der Suche nach einem Sparringpartner. Es ist so witzig zu beobachten: Knödel und Kamille sitzen einander gegenüber und beißen sich gegenseitig in die Schnauze. Der eine knurrt, die andere beutelt. Jeder tut, was er am besten kann. Keli kann auch ganz gut knurren, aber ihre Spezialität ist das Schrei-Bellen. Das kann die kleine Madame schon recht gut. Manchmal übertreibt sie es ein wenig mit der Stimmlage und kommt schon fast an Kurtis Kreischdezibel ran. Das ist letzthin in einen Wettbewerb ausgeartet. Kurti und Keli haben sich zuerst gegenseitig angeknurrt und dann immer lauter angekreischt, bis es Praline zu bunt geworden ist und sie das Duell radikal beendet hat. Unser Käpt’n sagt nicht allzu viel dazu. Man hört ihn selten. Aber wenn man ihn hört, dann richtig. Er kann grollen wie ein Tiger. Dieses tiefe, laute Geknurre erzeugt so viel Resonanz, dass es ihn richtig reißt. Das hört sich alles recht aggressiv an, sind aber nur die ganz normalen Stimmübungen und die dauern immer nur kurz an. Deshalb gibt es trotz aller Großtaten hauptsächlich immer noch Schlafbilder.

totale Ausflugserschöpfung  Reihenschlaf

Es amüsiert mich einfach, wenn diese kleinen Gesellen, die gerade mal so hoch wie meine Hand sind, ihre niedlichen Teddybärgesichter mit den putzigen Öhrchen anstrengen, um das aus ihrer kleinen Schauze heraus zu lassen, was da so ganz von selbst von innen kommt. Überhaupt ist es immer wieder großartig, zu beobachten, wie sich die kleinen Persönlichkeiten entwickeln.

Kurti ist ein richtiger Spaßvogel, er ist immer da, wo was los ist. Manchmal erschrickt er vor seinem eigenen Tatendrang und flüchtet dann ganz schnell heim ins vertraute Haus.

Kurti lächelt im Schlaf  Kurti schläft

kleiner Kurti Leichtgewicht  Kurti sitzt

Kamille ist schon recht selbstbewusst, sie geht auch mal alleine auf Tour und ist manchmal ein wenig rabiat mit ihren Geschwistern, schläft aber immer noch verhältnismäßig viel.

Kamille im Waagenkoma  Kamille lümmelt

Kamille schläft mit Rollohr  Kamille allein auf Tour

Knödel hat sich vom Komaspezialisten zum absoluten Showtalent entwickelt, er ist aktiver, als man ihm ob seiner Optik zutraut. Er wandert begeistert über alle Geschwister und freut sich, wenn er ihnen irgendwas anknabbern kann. Und wenn er einschläft, ist er einfach nur zuckersüß mit seinem Schmelzblick.

Knödel winkt  Knödel schläft ein

Knödel guckt lieb  Knödel rollt los

Keli hat was von einer Chefsekretärin an sich. Schnell, effektiv, resolut, aber immer im Hintergrund. Und eigentlich auch ein gemütliches Haus. Manchmal übersieht man sie, weil sie sich so bescheiden in ein Eckchen verdrückt.

Keli entspannt  das Keliherzchen

Kelis erste Gehversuche  Keli noch wach

Und Käpt’n ist eigentlich ein Faulpelz. Er lässt die anderen machen und liegt immer irgendwo herum und pennt. Wenn er wach ist, dann macht er kurz auf sich aufmerksam, spielt mal mit dem und knurrt mal mit dem, aber dann lässt er sich schon wieder in eine Ecke fallen und büselt weiter.

Käpt'n mit Schlafhamsterbacke  Käpt'n mit Rosipuu Woche 3

Käpt'n tankt  Käpt'n unwiderstehlich

 

Was sie alle können: Sich freuen und mit dem kleinen Schwänzchen turbowedeln, wenn ich mit ihnen plaudere. Diese Gesten laden meinen persönlichen Glückstank maximal auf und deshalb verabschiede ich mich nun und gehe mir eine ordentliche Füllung holen. Aber vorher muss ich noch die Waschmaschine zum wiederholten Male anschmeißen, denn um den kleinen K’s Lernmaterial anbieten zu können, wird das Welpenspielzeug vom Dachboden geholt und durchgewaschen. Mittlerweile haben wir einen ganzen Berg davon. Das, was hier liegt, ist längst noch nicht alles. Für Abwechslung ist also gesorgt.

Spielzeugberg

 

 

Woche 2

Wohlgenährt. Dieses Wort ist zwar ein Hilfsausdruck, aber das einzig passende, das mir einfällt, wenn ich in die Pralinenschachtel aka Wurfkiste schaue. Eigentlich hatte ich gehofft, dass Praline es diesmal etwas leichter hat. Aber sie produziert gleich viel Milch wie immer und die verteilt sich auf die Anzahl ihrer Welpen. Zusammengerechnet nehmen 8 Welpen genauso viel zu wie 7 oder diesmal eben nur 5. Und die sehen deshalb aus wie Engerlinge kurz vor der Verpuppung zum Käfer. Mit dicken Bäuchen und Speckfalten am Hals liegen sie da und ich frage mich, wie sie mit dem Gewicht laufen lernen sollen. Es ist unglaublich, der größte Bub wiegt schon 935g. Fast ein Kilo, und das mit 2 Wochen!

Rosipuu wirkt immer kleiner

Entsprechend zufrieden sind die Welpen, man hört kaum mal einen Pieps aus der Welpenstube. Betritt die Frau Mutter ihre Wohnstatt, erwachen die kleinen Möpse zum Leben, und siehe da, ich muss mir keine Sorgen machen. Die Moppels stemmen sich hoch, watscheln hoch erhobenen Hauptes los, bis sie die Tankstelle gefunden haben, saugen –fupp!- die bevorzugte Zitze ein und lassen sich den Wanst voll laufen. Es gibt hier ausgesprochene Vorlieben, interessanterweise ist der größte Welpe fast immer an den vorderen Zitzen zu finden. Der Kleine liegt gern unten, die Mädels eher hinten. Und der Braunbär ist der faulste, der nimmt, was ihm vor die Nase kommt. Ist das Mäglein voll, lässt der Sog nach, der Mutterbusen entgleitet dem Mäulchen und die Welpen fallen ins Fresskoma.

man plagt sich redlich  ???

???  ???

Männertrinkgelage   heute mal in Mamas Bett

Die mütterliche Pflege nach der Mahlzeit wird meistens verschlafen. Während Praline ihre Nase unter die kleinen dicken Hintern schiebt und gewissenhaft die Endprodukte des Stoffwechsels entsorgt, machen die Welpen fast einen Kopfstand. Das ist ihnen völlig egal, sie sind viel zu vollgefressen, um sich zu wehren, und Mama kann emsig putzen, so viel sie will. Manch einer begibt sich inzwischen ganz bewusst vor Muttis Schnauze und genießt das Reinigungsservice. Damit wieder Platz für die nächste Mahlzeit ist.

Popo putzen 2  Popo putzen 1

Übrigens öffnen sich nun die Augen. In diesem Punkt sind die K’s keine Frühentwickler, sie sind jetzt 2 Wochen alt und bei manchen sind die Lider immer noch halb geschlossen. Aber was macht das schon, in wenigen Tagen werden alle den vollen Durchblick haben.

 

Mein Job beschränkt sich momentan noch darauf, die kleinen fetten Maden zu beobachten und ein wenig zu knuddeln und Praline zu betüddeln. Sie frisst wirklich beeindruckende Mengen rohen Fleisches und spült auch tüchtig mit Welpenmilch nach. Und sie weiß mittlerweile ganz genau, wann es Zeit ist für ihre Kalziumtablette. Wenn ich beschäftigt bin und Praline auf einmal vor mir steht und mich hypnotisiert, dann gucke ich auf die Uhr, und meistens sind dann die 5-6 Stunden seit der letzten Tablette um. Besonders gut klappt das am zeitigen Morgen. So fest kann ich gar nicht schlafen, dass mich der unsägliche Geruch, der Pralines Maul entströmt, während sie mir ins Gesicht hechelt, nicht in kürzester Zeit aufweckt. Nun ja, Wunder ist das keines, würde ich die Hinterteile meiner Kinder ablecken und verspeisen, was dort rauskommt, ich würde bestimmt ähnlich riechen.

???Damenrunde???

wie kleine Brote im Regal  Händchen halten

Bääääh    ?????

In ein paar Wochen werde ich bibbernd mit den Welpen in der Wiese stehen und mir täglich auf die Stirn schlagen, wie ich so blöd sein konnte, in dieser Jahreszeit einen Wurf zu machen. Aber so lange die Zwerglein noch so klein und hilflos in ihrem Bettchen liegen und ich mich einfach nur an ihrem Dasein ergötzen kann, ist der Winter eine schöne Zeit für Hundebabys. Im Garten ist nichts zu tun, auch der Aufenthalt im Pferdestall beschränkt sich auf das absolut notwendige Maß, und ich sehe mich nicht leid daran, dass draußen die Sonne scheint und ich in der Bude hocke. Es ist gemütlich warm, meine Teetasse dampft auf dem Deckel der Wurfkiste vor sich hin und ich hänge meinen Gedanken nach. Vor allem rund um die Hundezucht. Es läuft so vieles falsch da draußen.

Ich denke viel an den Sommer  2018. Unsere Hummel hatte uns für immer verlassen, Pralines Belegung mit einem Pudelmann war ohne Erfolg geblieben, es würde also kein Pudelkind von ihr geben, und ich war traurig und fühlte mich leer und orientierungslos. Also habe ich mich umgesehen, ob ich nicht so etwas wie eine zweite Praline finde. Und was soll ich sagen: Ich war ehrlich entsetzt, wie viele wirklich unbedarfte oder noch schlimmer, völlig gewissenlose Züchter es gibt. Die mit Papieren machen oft nur die allernotwendigsten Gesundheitsuntersuchungen und es geht ausschließlich um Ausstellungserfolge. Die haben manchmal bergeweise Hunde und ich weiß leider, wie die dort leben. Das ist eine richtige Zuchtindustrie. Und das alles unter dem Deckmantel der großen Vereine. Die ohne Papiere scheren sich komplett einen Dreck um die Gesundheit ihrer Nachzucht und haben oft nicht einmal das geringste Basiswissen über Hundezucht. Und beide verlangen einen horrenden Preis für ihre Welpen. Es geht nicht ums Geld, ein Hund aus einer ordentlichen Zucht darf und muss sogar sein Geld kosten, aber ich hätte von dort keinen Welpen gewollt, egal was er gekostet hätte und wie toll der Hund gewesen wäre. Hier geht es mir ums Prinzip, denn solche Leute möchte ich nicht unterstützen. Und dann gibt es die, die das ganz großartig machen, aber bei solchen Züchtern  war der richtige Hund einfach nicht dabei und wir haben beschlossen, dass ich mit der Sucherei aufhöre und Praline uns genügt.

Was mir aufgefallen ist: Die sogenannten Dissidenzzüchter, die die großen Clubs oft frustriert über die verkrusteten Strukturen verlassen haben, arbeiten oft viel besser und betreiben ihre Zucht mit wesentlich mehr Aufwand als die, die ihr Hirn an der Tür der Rassezuchtvereine abgeben. Kommt mir bekannt vor. Es ist schön, dass es immer wieder Leute gibt, die nicht einfach alles hinwerfen, sondern versuchen, neue, bessere Wege zu gehen. Eine tolle Züchterin hat das vor kurzem so formuliert: “Sollen die Züchter mit Gewissen aufhören und das Feld denen ohne überlassen? Das wäre ja noch schöner!”  Meine Gedanken rund um dieses Thema sind noch lange nicht fertig…

Meine Gedanken zu den Namen unserer K’s inzwischen schon. Der beste Ehemann hat auf meine Bitte hin mit „gebrainstormt“ und wir finden die gewählten Namen sehr passend.

Nr. 1 ist dunkelhaarig und überhaupt sehr haarig, er ist sehr hübsch, anhänglich und liebt Gesellschaft und Wärme. Er mag gar nicht gern alleine liegen und sucht immer engen Körperkontakt. Wenn ein kleines Wesen so liebebedürftig ist, geht einem das direkt ins Herz. Und darum kriegt er den Namen von meinem besten Ehemann, der dort ebenfalls wohnt. Weil er aber viel kleiner ist, heißt er nicht Kurt, sondern Kurti.

1-3  1-1

1-2  1-4

 

Nr. 2 hat lustig reihum angeordnete Flecken auf ihrem Rücken, die, so finde ich, wie Blütenblätter aussehen. Bis jetzt scheint sie recht ausgeglichen zu sein und lässt sich nicht leicht aus der Ruhe bringen. Dadurch fällt sie kaum auf. Es ist wohltuend wie eine Tasse Kräutertee, das kleine Mäuschen in den Händen zu wiegen und ihren zufriedenen Schlaf zu genießen. Darum heißt sie Kamille, denn das ist auch so ein unscheinbares kleines Blümchen, das nicht weiter auffällt und trotzdem so viele beruhigende und ausgleichende Kräfte in sich birgt.

2-1   2-4

2-2  ???

 

Nr. 3: „»Mein lieber Nödelhund, du bist aber richtig nödelig geworden«, sagte Tjorven und streichelte ihn.“

Mit „ihn“ ist Bootsmann gemeint, der gemütliche Bernhardiner aus Astrid Lindgrens Roman „Ferien auf Saltkrokan“. Nr. 3 ist auch so ein Nödelhund. Er ist der einzige, der immer blitzschnell gewogen ist, denn während die anderen zumindest ein bisschen herum robben oder durchaus auch mal protestieren, bleibt er einfach liegen, wo man ihn hinlegt und schläft selig weiter. Er war so ein dicker runder Knödel, als er geboren wurde, und das ist er noch. Obwohl er nicht mehr der schwerste ist, ist er der kugeligste. Runder Kopf, runde Ohren, runder Bauch, alles an ihm ist kompakt und griffig wie ein kleiner Teddybär. Der „Knödel“  ist ihm irgendwie geblieben, also nennen wir ihn auch so.

3-2  ???

3-3  3-4

 

Nr.4: Kennt ihr das, wenn man das Leben einfach schön findet? Alles rundherum scheint einem perfekt, und es breitet sich eine heitere Gelassenheit in einem aus, die jede Sorge in weite Ferne rücken lässt. Dieses Gefühl kommt in mir hoch, wenn ich an unsere Familienwinterferien denke. Ich bin ja in Deutschland aufgewachsen und in den Weihnachtsferien ging es immer ab nach Österreich zum Schifahren. Oft war es sehr kalt und es hat geschneit wie verrückt. Aber manchmal hatten wir richtiges Bilderbuchwetter mit azurblauem Himmel über den tief verschneiten Bergen. Darüber lachte die Sonne und zauberte uns rote Bäckchen ins Gesicht. Als Mittagessen hatten wir immer zwei belegte Semmeln dabei, denn die Speisen auf der Hütte waren sehr teuer und gekauft wurde nur Tee oder heiße Zitrone. Aber ab und zu ließen sich meine Eltern nicht lumpen und spendierten Backerbsensuppe und eine künstlich orangene Limonade. Dieses Menü in der gleißenden Wintersonne am Rande einer Schipiste genossen war das höchste Glück und mit nichts zu vergleichen. Ein Gourmet in einem 5-Sterne-Restaurant kann unmöglich einen höheren Genuss empfinden als ich damals.

Nun hat diese kleine Hündin hier so fabelhafte knallorangerote Flecken, dass diese fast unecht aussehen. Sie hat eine witzige, angenehm lebhafte Art und erzeugt in mir eine ähnliche innere Fröhlichkeit wie damals beim Schiurlaub, weil es so ein ästhetisches Vergnügen ist, die kleine Schönheit anzusehen. Darum nennen wir sie nach der köstlichen, wunderbar prickelnden Ferienlimonade Keli.

4-1  4-2

4-3  ???

 

Nr. 5 ist einer, der Eindruck macht. Immer obenauf, immer dort, wo er sein will. Er ist hinreißend schön gezeichnet, brandrot und riesengroß. Seine Beine sind stark und kräftig und er hat eine ruhige Präsenz, die ihn immer in den Blickpunkt rückt. Das wird einmal ein toller Hund und ich bin jetzt schon gespannt, wie er aussieht, wenn er erwachsen ist. Der Kapitän eines Schiffes oder Flugzeugs ist einer, dem man blind vertraut, in dessen Hände man sein Leben gibt, der in sich ruht und immer weiß, was richtig ist. In der Welpenkiste ist Nr. 5 eindeutig der Kapitän (wenn man die Kopfzeichnung mitzählt, hat er sogar 4 Streifen) und das soll auch sein Name sein. Weil Kapitän aber doch ein wenig streng klingt, halten wir es ein wenig lässiger und nennen ihn Käpt‘n.

5-2 5-4

???  ???

Genug Geschreibsel für heute, ich wünsche allen Lesern eine schöne Woche!

 

Woche 1

So aufregend die Geburt der K’s war, so entspannt verlief ihre erste Lebenswoche. Alle Welpen wirken sehr ruhig und zufrieden. Kein Wunder, jedem stehen 2 Zitzen zur Verfügung und die werden auch mit Begeisterung besaugt. Was sich wiederum auf der Waage bemerkbar macht. Man betrachte das aktuelle Rosipuu-Foto mit Nr.5 und staune.

Nr.5 und Rosipuu

Das Klassenziel, nämlich die Verdopplung des Geburtsgewichts, wurde schon vorzeitig erreicht und nur unsere kleine Nr. 1 hat noch nicht ganz ein halbes Kilo. Alle anderen sind längst darüber. Es gibt wieder Gewichtsklassen: Nr. 1 ist der zierlichste, leichteste Bursche, die Mädchen liegen im Mittelfeld und waren heute genau gleich schwer, und die 2 verbleibenden Jungs sind richtige Brocken. Praline dürfte wie immer erste Sahne produzieren.

K-Wurf Tag 3  K-Wurf Tag 7

nachladen  Traum von der Milchbar

dickes Wamperl  Mamas Kuschelbett

Das Wetter war kurz nach der Geburt richtig wild, es hat gestürmt und gewaltig geschneit. Wir haben Praline einen Rundweg in die Wiese geschippt, sonst hätte Sie ihre Zitzen durch den Schnee ziehen müssen und die Kleinen hätten anschließend Eisfrappé bekommen. Die ersten Tage hat sie ihre Kinder immer nur ganz kurz für ein schnelles Pipi verlassen, jetzt liegt sie schon auch mal ganz gerne auf dem Fliesenboden im Flur und kühlt ihr beanspruchtes Gesäuge.

Stolze Mama 3Stolze Mama 1Stolze Mama 2

Ihr selbst geht es ausgezeichnet, es könnte besser nicht sein. Allerdings ist sie so wenig Nachwuchs nicht gewohnt und mich beschleicht das Gefühl, dass  ihr manchmal, hm, ein bisschen langweilig ist. Zumindest wünschen Gnädigste meine regelmäßige Gesellschaft in der Welpenstube. Letzthin war ich mit Mails beschäftigt und habe es gewagt, mal nicht neben ihr auf meiner Matratze mit dem Laptop auf den Beinen zu schreiben, sondern wegen ächzenden Kreuzes den Bürosessel an meinem Schreibtisch zu benutzen. Sie ist mehrmals raus- und reingelaufen und als ich (nach Versicherung, dass es sich nicht um dringende Geschäfte handelt) ihr Gerenne ignoriert habe, hat sie mich mit ihrem strengen Fräulein Rottenmeier-Blick bedacht und mich frech angebellt. So nach dem Motto: Was, du folgst nicht? Jetzt aber flott! Normalerweise würde ich sie rügen und fragen, ob sie einen Vogel hat, aber in diesem Fall bin ich nachsichtig, belustige mich über meinen resoluten Hund und begebe mich nach einer pro forma Warteminute ans Kindbett.

Was ich ja beileibe nicht ungern tue. Am liebsten würde ich sowieso 24 Stunden bei meinen kleinen Würmern verbringen und am besten gleich mit in der Welpenkiste wohnen. Diese besondere Zeit geht so schnell vorbei und ich möchte so wenig wie möglich davon verpassen.

Mädels unter sich  Bubenhaufen

Bruderkuscheln  Bruderkuss

Es fasziniert mich jedes Mal wieder, wie unterschiedlich sich die Welpen von der ersten Sekunde ihres Daseins an verhalten. Wie immer versuche ich, jeden einzelnen als „Gesamtkunstwerk“ zu erfassen und meine Schlüsse daraus zu ziehen. Außerdem glaube ich, dass es wichtig für die Zukunft ist, den Menschen als etwas Vertrautes wahrzunehmen. Zuerst seine Nähe, Körperwärme und der Geruch, später die Stimme und den ganzen dazugehörigen Rest.

1 Handvoll Hund  Herzchenhund

Bärchen  Pfotenvergleich

Wobei ich das Gefühl habe, dass die Welpen nicht völlig taub sind, sondern durch den noch verschlossenen Gehörgang Geräusche einfach nur ganz weit weg und wie in Watte gepackt wahrnehmen. Wenn ich ein Baby an mein Gesicht halte und lang summe, dann bekommen sie die Vibration mit und vielleicht auch ein ganz dezentes Brummen. Wenn der Blitz aus dem Gehäuse meiner Kamera klappt, macht er ein scharf schnappendes Geräusch und oft zuckt ein Welpe dabei ganz kurz zusammen. Ansonsten ist noch nicht allzu viel los hier und ich genieße die ruhige, stille Zeit. Es hat fast etwas Meditatives an sich, nur diesen elementaren Geräuschen wie Schmatzen, Fiepen, Traumquietschen und zufriedenen Schlafschnaufern zu lauschen. Darin verweben sich meine Gedanken und Hoffnungen und das ist ein äußerst intensiver und manchmal auch kreativer Prozess.  Noch ist es zu früh, darüber zu berichten, aber diese drehen sich momentan um so viele interessante Ideen, dass einfach kein Platz für die Namen der Welpen ist. Die müssen also noch ein wenig warten. Immerhin hab ich ein paar Einzelbilder für euch:

Nr. 1

 K-Wurf 1-1  K-Wurf 1-4

K-Wurf 1-3  K-Wurf 1-2

Nr.2

K-Wurf 2-3  K-Wurf 2-2

K-Wurf 2-4  K-Wurf 2-1

Nr.3

K-Wurf 3-2  K-Wurf 3-3

K-Wurf 3-4  K-Wurf 3-1

Nr.4

K-Wurf 4-2  K-Wurf 4-4

K-Wurf 4-3  K-Wurf 4-1

Nr.5

K-Wurf 5-2  K-Wurf 5-1

K-Wurf 5-4)  K-Wurf 5-3

 

Die Geburt

K-Wurf Woche 1 (1)w

Es endet, wie es bei der Weberkarde begonnen hat, nämlich mit 5 wunderschönen Welpen.

K-Wurf Woche 1 (32)w  K-Wurf Woche 1 (33)w

Da sind sie nun, Pralines letzte Babys. Die Geburt war ideal zum Abgewöhnen. Ich bin wirklich froh, dass es nicht die erste war, die ich miterlebt habe. Außerdem bin ich dankbar, dass ich nicht nur meine eigenen Würfe auf die Welt habe kommen sehen, sondern bei vielen anderen als Hilfshebamme willkommen war. Man lernt bei jeder Geburt etwas dazu, und dieses Wissen konnte ich diesmal so nötig brauchen wie ein Fisch seine Flossen.

Praline hatte eine für sie ungewöhnlich lange und anstrengende Eröffnungsphase. Auch die Presswehen dauerten und dauerten, bis dann nach einer gefühlten Ewigkeit gleich 2 Fruchtblasen erschienen. Die ersten beiden Welpen wollten gleichzeitig nach draußen und keiner hat nachgegeben. Also musste ich notgedrungen eingreifen und einen zurück an den Start befördern. Gottlob hab ich den richtigen vorgelassen, es war nämlich netterweise der Kleinste, der zuerst geschlüpft ist. Jetzt war der Weg frei, und Nr.2 ist gleich hinterher geflutscht.

Der 3. Welpe war dann eine richtige Schinderei. Praline sind vor lauter Pressen fast die Augen aus dem Kopf gesprungen, aber da ging einfach nichts weiter. Nach einer Stunde hatte sich endlich ein Köpfchen über den Beckenrand geschoben. Aber was rede ich denn da, ein „Köpfchen“… Eine Riesenbirne hat sich da durch gequetscht! Wenn die Fruchtblase noch intakt ist, hat man die Optik einer Glaskugel und in der sieht alles noch viel größer aus, als es ist. Die Größe war auch nicht das Problem, sondern die Lage. Der junge Mann hatte es verabsäumt sich zu drehen und kam mit der Wirbelsäule nach unten, also entgegen der Beckenkrümmung angerobbt. Also musste ich ihn erst mal ein Stückchen nach oben ziehen, bevor ich ihn um die Schultern packen und umdrehen konnte, damit er in der richtigen nach unten gekrümmten Position seinen restlichen, ziemlich stattlichen Revuekörper in die Welt befördern konnte. Solche Mätzchen lassen sich mit Vorliebe die größten und dicksten Welpen einfallen. Praline war so unglaublich tapfer, ich kann sie nur bewundern. Sie gibt immer ihr Bestes und lässt sich gottlob auch dann helfen, wenn es weh tut.

Damit war das Trara allerdings noch nicht beendet. Der moppelige Knödel hatte unterwegs seine Nachgeburt vergessen und die muss sich irgendwo reingezwickt haben. Normalerweise ist das keine große Sache und sie kommt irgendwann nach, aber diese da hatte beschlossen, Ärger zu machen. Immer wieder durchfluteten die Presswehen Pralines Körper, verebbten aber ohne Ergebnis. Das ist enorm Kräfte raubend. Gut, dass ich meine Hexenküche habe, sonst hätte ich wohl oder übel einen Tierarzt aufsuchen müssen (meiner war NATÜRLICH auf Urlaub). Am Feiertag muss man meist in eine Klinik, und dort fackelt man üblicherweise nicht lange und schneidet den Hund auf. Dies galt es zu vermeiden. Nach hunderten von Welpen, die ich bei ihrer Geburt begleiten durfte, weiß ich halt doch mittlerweile ein bissl was und somit haben wir auch dieses Problem gelöst. Nach fast 4 Stunden war das verflixte Ding endlich aus dem Weg geschafft. Nun hatten die letzten beiden Welpen freie Bahn und konnten ohne weitere Schwierigkeiten ausreisen.

Es kommt nicht oft vor, dass mich eine Geburtsschwierigkeit nervös macht, aber diesmal war Feuer am Dach und wir beide, Praline und ich, danach wirklich völlig am Ende. Und daran war definitiv nicht die schlaflose Nacht schuld. Praline hat sich sehr schnell erholt, viel schneller als ich, und war schon am nächsten Tag wieder putzmunter. Sie ist einfach großartig!

Die Welpen hat das Spektakel völlig unbeeindruckt gelassen. So lange konnten sie gar nicht stecken, dass sie nicht trotzdem sofort quicklebendig und aktiv die erstbeste Milchquelle angesteuert und kräftig angezogen haben. Auch hier macht sich offensichtlich ihre gute Grundausrüstung bemerkbar. Die reinrassigen Kromibabys waren nach Geburtsstörungen oft stundenlang völlig belämmert und haben ewig gebraucht, bis sie wieder fit waren. Unsere kleinen Kromudels halten offenbar ganz ordentlich was aus.

Groß sind sie, unsere K’s, sie sehen aus, als ob sie schon eine Woche alt wären. Kein Wunder, dass Pralines Bauch so komisch eckig und ganz anders war als sonst. Und sie sind wirklich ganz besonders hübsch (what else?). Der erste, ein Rüde, ist gestromt, das ist Pralines Erbe, die übrigen sind wie ihr Papa saftig fuchsrot. Bis jetzt haben wir ein friedliches Nest, die Welpen sind sehr ruhig und zufrieden und ich hocke mit glasigen Augen davor und bin selig. Leider hatte ich gestern einen langen Arbeitstag, darum kann ich erst heute berichten, aber der beste Ehemann hat mich würdig vertreten, ist mit glasigen Augen davor gehockt und war selig. Praline begluckt ihre Kinder und hat es noch gar nicht gerne, wenn ich ihre Kinder länger aus dem Nest nehme, darum verzichte ich ihr zuliebe auf Einzelfotos der Welpen außerhalb des Wurfbettchens, das können wir in ein paar Tagen immer noch machen. Viel Spaß mit den ersten Eindrücken von der frischen Familie!

Nr.1, Rüde, 209g

K-Wurf Woche 1 (13)w  K-Wurf Woche 1 (20)w

Nr. 2, Hündin, 225g

K-Wurf Woche 1 (18)w  K-Wurf Woche 1 (17)w

Nr.3, Rüde, 265g

K-Wurf Woche 1 (11)w  K-Wurf Woche 1 (26)w

Nr. 4, Hündin, 236g

K-Wurf Woche 1 (24)w  K-Wurf Woche 1 (22)w

Nr. 5, Rüde, 259g

K-Wurf Woche 1 (10)w  K-Wurf Woche 1 (9)w

Die Mädchen

K-Wurf Woche 1 Mädchen

Die Buben

K-Wurf Woche 1 die Brüder

Ah, ja, und Rosipuu ist natürlich auch wieder an Bord!

K-Wurf Woche 1 (35)w

K-Wurf Woche 1 (31)w  K-Wurf Woche 1 (16)w

K-Wurf Woche 1 (23)w  K-Wurf Woche 1 (27)w