Honeys Fohlen

Honeys Fohlen wird Mitte April 2019 auf die Welt kommen.

Mutter: LA Whizky Bar Honey

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Vater: MJM Saltys Blue Ezra

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Bis ich unseren ersten Pferdenachwuchs persönlich vorstellen kann, möchte ich mir und dem geneigten Leser die Wartezeit damit versüßen, den Vater vorzustellen und warum es gerade dieser Hengst sein sollte.

Seit ich durch die Fohlen meiner Freundin Andrea Loidl Pferdezuchtluft geschnuppert habe, bin ich mit dem Quarter Horse Virus infiziert. Damals, als ihre Stute Sugar ihr erstes Fohlen austrug, habe ich angefangen, alles über diese Pferde zu lesen, was ich finden konnte. Die Entstehungsgeschichte, berühmte Vererber und Züchter, die Verwendung, der Sport, für mich war alles höchst interessant. Dabei ist mir aufgefallen, dass es auch hier genauso wie in der Hundezucht eine Tendenz zur Inzucht gibt, die zwar unglaubliche Pferde hervorbringt, aber leider auch immer mehr Erbkrankheiten. Noch dazu leidet die körperliche Robustheit und Vitalität, für die diese Rasse eigentlich bekannt war. So etwas gefällt mir weder bei Hunden noch bei Pferden. Auch das einstmals verlässliche angenehme Wesen weicht in manchen Linien einem eher hitzigen, man fokussiert eher auf sportliche Leistung. Allerdings ist die ganz große Mehrheit der Reiter eher wenig bis gar nicht wettbewerbsorientiert. Die meisten möchten in ihrer Freizeit entspannen und allenfalls mal an einem Vereinsturnier oder an Reiterspielen teilnehmen. Viele Reiter sind vom “Englischreiten” auf vierbeinigen Pulverfässern enttäuscht und haben wegen des ruhigen Wesens auf Quarters gesetzt. Und statt coolen Westernpferden hibbelige Performancecracks unter den Hintern bekommen, die von 0 auf 100 in 2 Sekunden sind. Ein Profi hat seine Freude daran, ein Amateur verzweifelt. Also habe ich immer mal nach Zuchtlinien Ausschau gehalten, die weniger auf eine spezielle Westernsportdiziplin hin gezogen sind, sondern ein breites Feld an Veranlagung mit sich bringen und dabei nach wie vor über den verlässlichen, ruhigen Charakter verfügen.

Durch einen Zufall bin ich auf die Hengste von der Hayday-Ranch gestoßen, beides Importe aus den USA und richtige Ranchhorses. Die von deren Besitzerin Christina Albrecht-Hoschka auf ihrer Website beschriebene Zuchtphilosophie deckt sich ziemlich mit meinen Ansichten, noch dazu sind die Hengste eine Augenweide. Ich mochte graue Pferde als Kind am liebsten und fand es immer bedauerlich, dass die Farbe nicht blieb, sondern irgendwann weiß wurde. Auf der HP gibt es wunderschöne Fotos von in der Sonne über die Wiesen galoppierenden Pferden, die aussehen, als wären sie aus flüssigem Stahl. Silberne Pferde mit schwarzen Mähnen, was für ein Anblick!

Nachdem meine Honey auf der Zuchtschau so positiv bewertet wurde und sich stalltechnisch die Möglichkeit für mich eröffnete, selbst ein Fohlen zu ziehen, fuhr ich auf die Hayday-Ranch und konnte die beiden Hengste dort live, bunt und in Farbe erleben. Jeder für sich ist ein richtiges Traumpferd.

Mich hat vor allem MJM Saltys Blue Ezra in den Bann gezogen. Er ist genau der Typ Hengst, den ich gesucht habe. Laut seinem Frauchen ist er im Wesen das Pendant zu meiner Honey, und er ist wirklich wunderschön. Topkorrektes Gebäude, traumhafte Gänge, eine ruhige, verlässliche, Sicherheit vermittelnde Art und trotzdem durchaus mit sportlichem Potential gesegnet. Eine Mähne zum Niederknien und diese Ausstrahlung! Andere Pferde kommen angelaufen, Ezra erscheint. Er wirkt sehr erhaben und wackelt nicht einfach so an den Zaun, um sich streicheln zu lassen. Nein, Majestät gewährt eine Audienz!

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Ich war völlig hingerissen und meine Wahl war getroffen. Von Größe und Fundament passt er hervorragend zu Honey, und als Bonus wird das Fohlen garantiert seine unglaublich schöne blue roan Farbe erben. Ezra ist Joe Hancock/Blue Valentine liniengezogen und somit stellt die Verpaarung fast schon ein Outcross innerhalb der Rasse dar. Ich hab mir den Spaß gemacht und Honeys Pedigree zurückverfolgt bis zum Anfang der Zuchtbucheinträge, und tatsächlich kommt Joe Hancock unter von mir errechneten 8170 Ahnen nur 3x vor, Blue Valentine überhaupt nicht. Ezras bisherige Nachkommen gefallen mir sehr, sie sind kräftig, muskulös und werden vom Wesen her als äußerst umgänglich beschrieben.

 

Momentan habe ich von unserem Fohlen nur 2 vom Bildschirm abfotografierte Ultraschallbilder zu bieten. Beim ersten Schall sieht man normalerweise nur die Fruchtblase, auf diesem Foto eher links als schemenhafte dunkle Kugel erkennbar.

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Man freut sich wie ein Depp, dass das Pferd aufgenommen hat und soweit alles in Ordnung ist. Ich hab mir aber noch nicht so richtig vorstellen können, dass nun ein Fohlen in Honeys Bauch heranwächst.  Im Kopf natürlich schon, aber für mein Herz war der kleine Punkt noch zu abstrakt und der Geburtstermin Lichtjahre entfernt. Der Kontrollultraschall nach 3 Monaten war eine andere Nummer und hat mich komplett wunderlich gemacht. Man konnte schon Details erkennen und was wie eine Perlenkette aussieht, ist die Wirbelsäule. Ich habe mich tatsächlich in eine kleine Wirbelsäule verliebt!

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2 weitere Stuten wurden ebenfalls geschallt (eine davon ist Honeys Mama, die ebenfalls von Ezra tragend ist und die andere bekommt ein Fohlen von Honeys Papa, eine Family Affair also). Die beiden anderen Fohlen sind tüchtig herumgeschwommen, meines hat nur mal kurz in die Kamera geguckt und sich dann gemütlich auf die rechte Uterusseite gekuschelt und gepennt. Das macht Hoffnung auf einen gechillten Nachwuchs!