Molly

Salty Blue Miss Mole

geboren am 14.04.2019

MOLLY IS FOR SALE!

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Mutter:

LA Whizky Bar Honey

https://www.allbreedpedigree.com/la+whizky+bar+honey

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Vater:

MJM Saltys Blue Ezra

https://www.allbreedpedigree.com/mjm+saltys+blue+ezra

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20.07.19

 Molly ist 3 Monate alt

Diese 3 Monate sind rasend schnell vergangen, und doch stecken so viele Ereignisse in diesem kurzen Zeitraum, dass man glatt ein Buch darüber schreiben könnte.

Mittlerweile ist unsere kleine Mutter-Kind-Gruppe, bestehend aus 3 Stuten und 3 Fohlen, in den Offenstall der restlichen Herde umgezogen. Die Nächte werden sie noch eine Weile im Hausstall verbringen, aber die Tage sind nun ausgefüllt mit dem Kennenlernen der restlichen 14 Pferde und dem Beweiden der großen Koppeln. Langeweile kommt also bestimmt keine auf. Molly und ihre Mama haben die Eingliederung in ihrer gewohnt ruhigen Art ziemlich gelassen hinter sich gebracht, indem sie einfach an allen vorbei auf die Wiese gelatscht sind und gefressen haben.

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Für mich fühlte sich der Umzug ein wenig an wie das Ende der Babyzeit. Molly hat ihr Fohlenfell abgeworfen und wohnt jetzt in der Herde. Sie steht wie eine Große zwischen den anderen und ich bin sehr stolz darauf, wie toll sie sich entwickelt hat.

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Molly ist ein wunderschönes Fohlen, sie ist korrekt gebaut, toll bemuskelt und trotzdem elegant. Außerdem hat sie diesen extrem rassetypischen keilförmigen Quarterkopf, an dem ich mich gar nicht satt sehen kann. Mit dem Fellwechsel ist ihr kleines weißes Flöckchen auf der Stirn verschwunden, somit ist sie jetzt “true blue roan”, also völlig ohne weiße Abzeichen.

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Aber das Beste an ihr ist ihr wunderbarer Charakter. Sie ist genauso großartig wie ihre Mutter und es macht wirklich richtig viel Spaß, sich mit ihr zu befassen. Alles, was wir ausprobieren, wird mit entspannter Neugier mitgemacht.

Die tägliche Routine, also von der Weide holen, aufhalftern, führen, putzen, Hufe räumen und darauf herumklopfen, ggf. abduschen, einsprühen, anbinden, etc. ist nicht mal mehr der Rede wert. Das “Whoa”, also stehenbleiben, festigt sich, an der Hand traben geht auch schon, alleine in der Box bleiben, während die Mama duschen geht o. ä. ist auch kein Problem.

Wir tasten uns an die lustigen Dinge des Lebens heran. Die Trail-Holzbrücke schaut sie sich wie die alten Turniercracks mit gesenktem Kopf kurz an und überquert sie dann ruhig und sicher.

Ein Spaziergang durch den Ort mit der Mutti zusammen ist auch kein Aufreger. Kein Wunder, eine der Weiden liegt direkt an einer gut frequentierten Straße, auf der viele Autos, LKWs, der Linienbus, Jugendliche mit wahrscheinlich nicht immer ganz regelkonformen Mopeds, Radfahrer, Traktoren und in der letzten Zeit auch die großen Erntemaschinen vorbeifahren. Auf dem Gehsteig vor der Weide gehen regelmäßig die Nachbarn mit der kleinen Tochter auf dem Fahrrad und dem noch kleineren Sohn auf dem Dreirad oder im Buggy vorbei, ebenso Spaziergänger, Jogger und ganze Nordic Walking- und Wandergruppen. Molly ist also jede Art von Verkehrsteilnehmern gewohnt.

Gestern habe ich Honey das erste Mal seit Dezember gesattelt und bin ein Weilchen in unserer kleinen Halle geritten. Molly ist erst lustig um uns herum gesaust, hat sich dann aber von ihrer entspannten Mutter anstecken lassen und ist so gemütlich neben uns her gelaufen, dass ich ihr gleich mal einen Strick ans Halfter gemacht und sie ein paar Runden als Handpferd mitgeführt habe. War auch keine große Sache. Das werden wir ausbauen.

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Für die 3-Monatsfotos haben wir unsere Pferde auf eine Extrakoppel neben der Herde gebracht, damit nicht ständig ein anderes Pferd im Weg steht. Molly hat uns den Gefallen getan und ist ein paarmal tüchtig auf- und abgespurtet.

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Und danach -auf einer 1 Hektar großen Wiese- zu mir gelaufen. Dieses Vertrauen rührt mich sehr und zeigt mir, dass Molly so menschenbezogen ist, wie ich mir das wünsche. Alles in allem kann ich sagen, dass sie auf dem besten Weg ist, ein richtig toller Partner für ihren zukünftigen Menschen zu werden.Molly 3 Monate 13

05.07.19

Neue Bilder

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Unsere liebe Freundin Leonie hat vor kurzem ihre Kamera mitgenommen und die Fohlen fotografiert. Momentan ist es mit dem Bilder machen nicht so einfach. Draußen ist zuviel Licht, das macht sehr dunkle Schatten, in der Halle zu wenig, da sieht man vom schwarzen Gesicht auch nicht mehr viel. Aber ein bisschen was geht immer, und es sind ein paar hübsche Fotos entstanden. Wie man sieht, hat sich das erst anthrazitfarbene Fohlenfell mit der Zeit und der Sonne in ein braunes verwandelt und schrumpft nun täglich. Zum Vorschein kommt ein etwas dunkleres blue roan, das wie frisch geschmiedetes Eisen aussieht. Ich kann kaum das komplette Endergebnis erwarten, auch wenn dadurch der babyhafte Fohlenausdruck verschwindet und Molly bereits wie ein kleines Pferd aussieht. Man kann das ja sowieso nicht aufhalten.

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Man kommt mit der rasanten Entwicklung fast nicht mehr mit. Junge Pferde sind wie das Gras, denen kann man beim Wachsen förmlich zusehen. Auch wenn ich Molly täglich vor mir habe, bin ich manchmal überrascht, wie groß sie schon geworden ist und wie sich allein durch die Bewegung auf der Weide und dem Spiel mit den Gefährten die Muskeln ausbilden. Bald ist sie 3 Monate alt und angeblich kann man zu diesem Zeitpunkt schon erahnen, was aus einem Pferd wird, wenn es erwachsen ist. Ein Sprichwort sagt: Sieh dir ein Pferd mit 3 Tagen, mit 3 Wochen und mit 3 Monaten an und dann erst mit 3 Jahren wieder. Nun, dann sind wir mal gespannt! Zuerst gibt es die Bilder von letzter Woche.

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06.06.19

Molly ist nun 7 1/2 Wochen alt und es wird Zeit für ein Update

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Viel passiert ist in den letzten Wochen, fast zuviel. Wir hatten große Sorge um Molly, denn der Aufbau ihrer Immunabwehr nach der Geburt hat, warum auch immer, nicht stattgefunden. Sie wurde septisch und wir mussten sie -erst 16 Tage alt- nach Wien in die Uniklinik bringen. Dort hat man alles Menschenmögliche getan, um ihr Leben zu retten. Ihre Werte waren bereits sehr kritisch und sie hat es wohl ihrer fabelhaften Konstitution zu verdanken, dass sie trotzdem noch so gut beieinander war. Viele Leute haben für sie gehofft und gebetet und ich bin wirklich überwältigt, wie viele gute, mitfühlende Menschen ich um mich habe.

Hiermit möchte ich mich nochmals für alle eure liebevollen, stärkenden, Mut machenden Gedanken und Genesungswünsche bedanken. Ich hoffe, es kommt 1000fach zu euch zurück!

Dank soviel positiver Energie und dem großartigen Team der Wiener VetMed Uniklinik konnten wir Molly nach 14 Tagen wieder vollständig gesund nach Hause holen.

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Man sah Mutter und Fohlen zwar an, dass sie 2 Wochen nur in der Box gestanden sind, denn sie haben in dieser Zeit einiges an Muskelmasse verloren. Aber ihrer Psyche hat es überhaupt keinen Abbruch getan. Im Gegenteil, man hat beide in den höchsten Tönen gelobt, wie lieb und brav sie waren.

Man kann auch der übelsten Situation meistens etwas Positives abgewinnen, und das bestand hier darin, dass Molly viel unfreiwilliges Training bekommen hat. Sie ist in ihrem ersten Lebensmonat bereits ca. 6 Stunden Hänger gefahren, hat sich täglich von einer ganzen Horde wildfremder Menschen jeder Couleur anfassen und behandeln lassen müssen und weiß, wie es ist, über einen längeren Zeitraum in einer Box zu wohnen. Außerdem hat sie wohl das bestuntersuchte Fahrgestell weit und breit und es ist beruhigend zu wissen, dass jetzt alles komplett in Ordnung ist. Immunabwehr da, Keime weg. Das Fohlen ist rundherum gesund und auch die Muskeln sind wieder da.

Obwohl man in der Klinik die Fohlen mit einem speziellen Griff statt mit Halfter und Strick führt, hat Molly sich sofort wieder aufhalftern lassen und war praktisch umgehend problemlos mit dem Strick zu führen, obwohl wir das vorher nur ein einziges Mal probiert haben. Sie benimmt sich fast schon wie ein erwachsenes Pferd. Ich führe sie zusammen mit ihrer Mutter, beide Stricke in einer Hand, zur Weide. Dabei öffnen wir die Tore, gehen hindurch und schließen sie wieder, und Molly geht manierlich mit, wendet, weicht und wartet, bis ich fertig bin. Wenn ich sie wieder abhole, kommt sie entweder schon hergelaufen oder lässt sich anhängen und geht brav wieder mit nach Hause.

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Auch alleine lässt sie sich schon ganz toll führen und hat auch keine Angst, wenn wir uns von der Mutter wegbewegen. Heute war der Schmied bei uns und der hat natürlich auch gleich für ein Training herhalten müssen. Er hat sich Mollys Gangbild angesehen, alle Hufe angehoben und begutachtet und war hocherfreut, wie gut erzogen sie schon ist und wie tadellos ihre Hufe sind.

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Während die Mutti ihre Pediküre bekam, haben wir beide zugesehen und nebenbei ein bisschen Körperpflege betrieben. Sie liebt das! Putzen, bürsten, kraulen, was Besseres gibt es kaum. Und als Krönung der ganzen Prozedur noch ein wenig Mineralfutter als perfekten Abschluss. Wenn man genau hinsieht, kann man erkennen, dass das Babyfell auszufallen beginnt. Mollys Gesicht und die Ohren sind schon zum Teil schwarz, und an der linken Halsseite hat sie eine geschorene Stelle vom Klinikaufenthalt, das ist unser blue roan “Testfeld”. Die Haare sind bereits nachgewachsen und schimmern silbrig.

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Danach durfte Molly wieder mit ihrer Familie auf die Wiese. Nebst ihrer Mutter Honey grast dort ihre Oma Sugar und ihre gleichaltrige Schwester/Tante Valentina. Es ist großartig, dass sie eine Gefährtin hat, mit der man um die Wette laufen, sich gegenseitig kraulen und spielen kann. Und auch, wenn der Sandmann kommt, ist man nicht alleine.

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24.04.19

BLUE ROAN QUARTER HORSE FILLY IS BORN!

Mit einiger Verspätung präsentiere ich voller Stolz und Freude unser erstes selbstgezüchtetes Fohlen. Der Storch hat uns eine wunderschöne Stute in blue roan mit einem winzigen weißen Sternchen beschert.

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Ihr offizieller Name SALTY BLUE MISS MOLE leitet sich aus ihren Vorfahren ab, das ist bei den Quarters Tradition. Salty Blue nach Vater und Großvater, aber was hat es mit der “Miss Mole” auf sich? Nun, ihre Mutter trägt im Winter ein kurzes, aber sehr dichtes, samtiges Fell. Vor ein paar Jahren bekam sie in der kalten Jahreszeit eine chiropraktische Behandlung von der lieben Tierärztin Kati Bosch und die war ganz wunderlich wegen ihrem weichen Kuschelpelz. Von da an nannte sie sie die “Frau Maulwurf”. Und weil also der Mutteranteil im Namen nicht fehlen darf, liegt es auf der Hand, dass “Frau Maulwurf” ein “Fräulein Maulwurf” bekommt. Und weil sich “Mole” etwas merkwürdig spricht, haben wir ihr den Rufnamen “Molly” gegeben.

Molly kam nahezu pünktlich am 341. Tag am Nachmittag des Palmsonntags zur Welt. Leider ohne mich. Wie das sein kann? An einem Sonntag um 14.45 Uhr, also in der besten Stallfrequenzzeit? Andere wachen ganze Nächte durch und ich schaffe es nicht zur bequemsten aller Uhrzeiten? Die Erklärung ist so simpel wie tragisch: 3 Stunden vorher habe ich mich über die ersten Harztropfen am Euter gefreut. Als ich mich gebückt habe, um sie genauer zu inspizieren, bin ich umgefallen. Warum, weiß ich nicht mehr, vielleicht war es der Kreislauf. Ich kann mich nur noch erinnern, dass ich genau unter Honeys Bauch gestürzt bin, und als ich wieder wach wurde, lag ich am Boden und mir war extrem schwindlig und elendiglich schlecht und ich hatte massive Sehstörungen. Mein Kopf brummte wie ein Trafo und ich konnte eine Platzwunde am Hinterkopf fühlen. Es blieb mir nichts übrig, als mich ins Krankenhaus fahren zu lassen, wo man eine schwere Gehirnerschütterung feststellte und mein klaffendes Haupt wieder zuflickte. Währenddessen schickte sich meine Honey an, ihr Fohlen auf der Weide stehend zu bekommen. Meine liebe Freundin Andrea beobachtete zufällig, dass das Fruchtwasser abging und die weiße Eihaut zu sehen war. Sofort schleppte sie die Kreißende in den Stall und rief alle verfügbaren Leute zu Hilfe. Unser Stallchef und sein Neffe unterstützten Honey ein wenig während der Wehen und unsere Molly wurde problemlos geboren, während man mich im Unfallkrankenhaus durchcheckte. Dadurch, dass die halbe Stallgemeinschaft anwesend war, hatte die Geburt fast etwas Kardashian-mäßiges an sich. Big Show vor begeistertem Publikum,  viele Fotos und Videos wurden gemacht und ich war somit fast dabei. Das war mir ein großer Trost und eine wunderbare Beruhigung. Alle kümmerten sich so rührend um Mutter und Kind, und ich bin unendlich dankbar und fühle mich ob solcher Freunde wirklich gesegnet.

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48 Stunden musste ich zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben, dann durfte ich nach Hause und endlich mein neugeborenes Fohlen besuchen. Und was soll ich sagen: Es hat mich total geflasht, da stand eine Honey Nr. 2! Molly ist eine Kopie ihrer Mutter, sie ist ebenso kompakt und kräftig, hat die gleichen starken Beine mit enormen Gelenken und sogar die exakt gleiche Farbe. Wüsste ich nicht, dass sie blue roan wird, würde ich sie für ebenso schwarz halten. Auch vom Wesen her macht sie sich ähnlich wie ihre Mutter: Sie ist neugierig und aufgeschlossen und hat sich in kürzester Zeit mit mir angefreundet. Mittlerweile muss ich sie fast ein wenig bremsen, weil sie sich regelrecht vordrängelt, wenn ich mich um ihre Mutter kümmere.

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Jetzt ist Molly 10 Tage alt und wir haben schon allerhand gelernt. Sie lässt sich bereits aufhalftern, überall putzen und bürsten, ja, sie besteht sogar darauf und kann gar nicht genug davon bekommen. Ich knete ihr die Öhrchen, besuche mit einem Finger das Maulinnere (ja, die Zähne sind schon da!), fahre an den Beinen entlang, hebe kurz die Hufe und klopfe auch schon mal mit dem Hufkratzer ein wenig darauf herum. Da es schon sehr warm ist und wir bereits jetzt ausgesprochen lästige beißende Mücken haben, sprühe ich Honey mit einem milden natürlichen Fliegenspray ein. Und Molly? Die will das auch! Die Mutti steht auf dem Waschplatz und kriegt die Beine und den Hintern gewaschen. Molly will das auch! Den Wasserschlauch findet sie ganz toll, da steht sie wie angeschraubt und lässt sich besprenkeln. Molly mausert sich zum Wellness-Junkie! Es ist wirklich eine Freude mit ihr, sie ist kein bisschen schreckhaft, sondern geht voll unbedarftem Vertrauen auf alles zu. Dabei ist sie durchaus vorsichtig, aber eben kein bisschen ängstlich, und im Zweifelsfall bleibt sie in der Nähe des mütterlichen Busens. Der spendet nicht nur Nahrung, sondern auch Sicherheit.

Honey ist eine ganz hervorragende Mutter. Molly ist ihr erstes Fohlen, und ich bin hocherfreut, wie souverän sie ihre neue Aufgabe wahrnimmt. Sie war von Anfang an fürsorglich und aufmerksam um ihr Fohlen bemüht, aber trotzdem sehr ruhig und entspannt. Man hat sich ihr ohne weiteres nähern können, sie war voller Vertrauen zum Menschen. Das macht vieles leichter. Es wäre auch in Ordnung, wenn sie die ersten Tage abweisender wäre, aber es ist halt unkomplizierter, wenn es nicht so ist. Die Gesamtsituation ist also rundherum großartig und ich freue mich auf die gemeinsame nächste Zeit.

 

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Bis ich unseren ersten Pferdenachwuchs persönlich vorstellen kann, möchte ich mir und dem geneigten Leser die Wartezeit damit versüßen, den Vater vorzustellen und warum es gerade dieser Hengst sein sollte.

Seit ich durch die Fohlen meiner Freundin Andrea Loidl Pferdezuchtluft geschnuppert habe, bin ich mit dem Quarter Horse Virus infiziert. Damals, als ihre Stute Sugar ihr erstes Fohlen austrug, habe ich angefangen, alles über diese Pferde zu lesen, was ich finden konnte. Die Entstehungsgeschichte, berühmte Vererber und Züchter, die Verwendung, der Sport, für mich war alles höchst interessant. Dabei ist mir aufgefallen, dass es auch hier genauso wie in der Hundezucht eine Tendenz zur Inzucht gibt, die zwar unglaubliche Pferde hervorbringt, aber leider auch immer mehr Erbkrankheiten. Noch dazu leidet die körperliche Robustheit und Vitalität, für die diese Rasse eigentlich bekannt war. So etwas gefällt mir weder bei Hunden noch bei Pferden. Auch das einstmals verlässliche angenehme Wesen weicht in manchen Linien einem eher hitzigen, man fokussiert eher auf sportliche Leistung. Allerdings ist die ganz große Mehrheit der Reiter eher wenig bis gar nicht wettbewerbsorientiert. Die meisten möchten in ihrer Freizeit entspannen und allenfalls mal an einem Vereinsturnier oder an Reiterspielen teilnehmen. Viele Reiter sind vom “Englischreiten” auf vierbeinigen Pulverfässern enttäuscht und haben wegen des ruhigen Wesens auf Quarters gesetzt. Und statt coolen Westernpferden hibbelige Performancecracks unter den Hintern bekommen, die von 0 auf 100 in 2 Sekunden sind. Ein Profi hat seine Freude daran, ein Amateur verzweifelt. Also habe ich immer mal nach Zuchtlinien Ausschau gehalten, die weniger auf eine spezielle Westernsportdiziplin hin gezogen sind, sondern ein breites Feld an Veranlagung mit sich bringen und dabei nach wie vor über den verlässlichen, ruhigen Charakter verfügen.

Durch einen Zufall bin ich auf die Hengste von der Hayday-Ranch gestoßen, beides Importe aus den USA und richtige Ranchhorses. Die von deren Besitzerin Christina Albrecht-Hoschka auf ihrer Website beschriebene Zuchtphilosophie deckt sich ziemlich mit meinen Ansichten, noch dazu sind die Hengste eine Augenweide. Ich mochte graue Pferde als Kind am liebsten und fand es immer bedauerlich, dass die Farbe nicht blieb, sondern irgendwann weiß wurde. Auf der HP gibt es wunderschöne Fotos von in der Sonne über die Wiesen galoppierenden Pferden, die aussehen, als wären sie aus flüssigem Stahl. Silberne Pferde mit schwarzen Mähnen, was für ein Anblick!

Nachdem meine Honey auf der Zuchtschau so positiv bewertet wurde und sich stalltechnisch die Möglichkeit für mich eröffnete, selbst ein Fohlen zu ziehen, fuhr ich auf die Hayday-Ranch und konnte die beiden Hengste dort live, bunt und in Farbe erleben. Jeder für sich ist ein richtiges Traumpferd.

Mich hat vor allem MJM Saltys Blue Ezra in den Bann gezogen. Er ist genau der Typ Hengst, den ich gesucht habe. Laut seinem Frauchen ist er im Wesen das Pendant zu meiner Honey, und er ist wirklich wunderschön. Topkorrektes Gebäude, traumhafte Gänge, eine ruhige, verlässliche, Sicherheit vermittelnde Art und trotzdem durchaus mit sportlichem Potential gesegnet. Eine Mähne zum Niederknien und diese Ausstrahlung! Andere Pferde kommen angelaufen, Ezra erscheint. Er wirkt sehr erhaben und wackelt nicht einfach so an den Zaun, um sich streicheln zu lassen. Nein, Majestät gewährt eine Audienz!

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Ich war völlig hingerissen und meine Wahl war getroffen. Von Größe und Fundament passt er hervorragend zu Honey, und als Bonus wird das Fohlen garantiert seine unglaublich schöne blue roan Farbe erben. Ezra ist Joe Hancock/Blue Valentine liniengezogen und somit stellt die Verpaarung fast schon ein Outcross innerhalb der Rasse dar. Ich hab mir den Spaß gemacht und Honeys Pedigree zurückverfolgt bis zum Anfang der Zuchtbucheinträge, und tatsächlich kommt Joe Hancock unter von mir errechneten 8170 Ahnen nur 3x vor (irgendwo ganz hinten ab der 10. Generation oder so), Blue Valentine überhaupt nicht. Ezras bisherige Nachkommen gefallen mir sehr, sie sind kräftig, muskulös und werden vom Wesen her als äußerst umgänglich beschrieben.

 

Momentan habe ich von unserem Fohlen nur 2 vom Bildschirm abfotografierte Ultraschallbilder zu bieten. Beim ersten Schall sieht man normalerweise nur die Fruchtblase, auf diesem Foto eher links als schemenhafte dunkle Kugel erkennbar.

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Man freut sich wie ein Depp, dass das Pferd aufgenommen hat und soweit alles in Ordnung ist. Ich hab mir aber noch nicht so richtig vorstellen können, dass nun ein Fohlen in Honeys Bauch heranwächst.  Im Kopf natürlich schon, aber für mein Herz war der kleine Punkt noch zu abstrakt und der Geburtstermin Lichtjahre entfernt. Der Kontrollultraschall nach 3 Monaten war eine andere Nummer und hat mich komplett wunderlich gemacht. Man konnte schon Details erkennen und was wie eine Perlenkette aussieht, ist die Wirbelsäule. Ich habe mich tatsächlich in eine kleine Wirbelsäule verliebt!

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2 weitere Stuten wurden ebenfalls geschallt (eine davon ist Honeys Mama, die ebenfalls von Ezra tragend ist und die andere bekommt ein Fohlen von Honeys Papa, eine Family Affair also). Die beiden anderen Fohlen sind tüchtig herumgeschwommen, meines hat nur mal kurz in die Kamera geguckt und sich dann gemütlich auf die rechte Uterusseite gekuschelt und gepennt. Das macht Hoffnung auf einen gechillten Nachwuchs!