Hummel

Hummel vom Isarflimmern, geboren am 24.06.2005, ist die zweite Kromfohrländerhündin im Rudel. Ich kenne sie seit ihrem ersten Atemzug, da ich bei ihrer Geburt dabei war, und sie ist völlig anders als Dizzy. Hummel ist groß, schlank, elegant und ein unglaubliches Kasperl. Sie nimmt nichts und niemanden ernst, hasst Unterordnung, Kommandos und Dinge tun zu MÜSSEN. Ist ja auch nicht notwendig, da sie naturbrav ist. Ihr Lebenszweck ist es, einfach da zu sein und sich am Leben zu freuen. Und das tut sie mit Begeisterung. Die Begleithundeprüfung, die ich mit ihr für die Zuchtzulassung machen musste, hat mir einige graue Haare beschert  und wir haben 3 Hundeschulen verschlissen (schlussendlich hat sie dank Clickertraining mit 97 von 100 Punkten bestanden).

Hummel ist einer der freundlichsten Kromfohrländer, die ich kenne. Sie liebt Besuch und überhaupt alle Leute und hat auch kein großes Problem mit Hundebesuch. Sie hält sich aus Streitereien raus, da schickt sie lieber Dizzy vor, und ist eher unterwürfig. Wenn sie Menschen begrüßt, zeigt sie die Zähne, grinst und niest und dreht sich dabei im Kreis, was manchmal leider missverstanden wird. Sie ist und bleibt ein ewiges Baby und ein richtiger Sonnenschein.

Hummel ist die Mutter der Würfe D, F und G.

 

 Als für alle die Sonne aufging, ist unser Sonnenschein für immer erloschen.

Der Himmel wurde licht, unsere kleine Welt dunkel.

Hummel vom Isarflimmern

*24.06.2005

+07.06.2018

In uns leuchtest du ewig weiter  

Hummel wurde als 5. von 9 Geschwistern geboren, und so, wie sie auf die Welt kam, blieb sie ihr Leben lang. Ein Mittendrinhund, unauffällig, freundlich, bescheiden. Sie hatte zu Beginn keinen leichten Stand, denn Dizzy war alles andere als begeistert über den neuen Familienzuwachs, aber durch ihre nette und defensive Art hat sie neben unseren auch ihr Herz erobert.

Hummel blieb immer ein wenig babyhaft, war hochsensibel, manchmal fast hysterisch, und hatte die Hummeln nicht nur im Namen, sondern auch im Hintern. Ich dachte bei einer Hummel immer an etwas dickes, pelzig Gemütliches, das behäbig durch die Gegend brummt. Hummel war genau das Gegenteil. Sie stand ständig unter Strom, und während ihrer hormonaktiven Phasen (also 2/3 des Jahres) war sie durchgehend mit allen 4 Beinen gleichzeitig in der Luft. Sie hatte einen für Kromis ungewöhnlich starken Hetztrieb und ich konnte sie in den ersten 3 Jahren nur mit größter Vorsicht ohne Leine laufen lassen. In der Lebensmitte wurde sie deutlich ruhiger und nach der Beendigung ihrer Zuchtkarriere haben wir sie zur Schonung ihrer und und unserer Nerven kastrieren lassen. Das war eine kluge Entscheidung, denn ab diesem Zeitpunkt war sie erheblich entspannter.

Lieb war sie immer. Ich kenne nicht viele Kromfohrländer, die über ein derart freundliches Naturell verfügen. Allerdings war sie in der ersten Lebenshälfte überhaupt nicht kuschelbedürftig. Sie lag gerne abseits. Wenn wir uns am Abend im Wohnzimmer versammelt haben, ist sie ins Schlafzimmer gewandert, um dort in Ruhe zu schlafen. Sind wir dann ins Bett gegangen, ist sie aus dem Schlafzimmer ausgezogen und hat sich ins Wohnzimmer gelegt. Erst, als sie älter wurde, ist sie gerne zu uns aufs Sofa gekommen und hat sich ihre Streicheleinheiten geholt.

Nach der Kastration mussten wir auf ihr Gewicht achten, denn ohne inneren Stress hat der ewigen Mäklerin auf einmal jedes Futter geschmeckt und sich auch dementsprechend angelegt. Deshalb war es ungewöhnlich, dass sie mit 12 1/2 Jahren plötzlich kaum mehr Appetit hatte. Das Fell wurde stumpf und sie magerte in kürzester Zeit erheblich ab, roch furchtbar aus dem Maul und wirkte sehr müde. Also ging es nach den Weihnachtsfeiertagen zum Tierarzt und der fand wie damals bei Dizzy einen Lebertumor. Was uns nicht nur sehr traurig machte, sondern auch in einen Gewissenskonflikt stürzte. Hummel brauchte wegen multipler Arthrosen seit 1 1/2 Jahren Dauerschmerzmittel, sonst hätte sie nicht mehr laufen können, und die durfte sie nun nicht mehr nehmen. Also statteten wir sie mit einem homöopathischen und einem pflanzlichen Lebermittel und einer geringen Dosis Cortison aus und beobachteten sie mit Argusaugen. Der Cocktail funktionierte großartig. Hummel bekam wieder Appetit, sah gut aus und konnte sich nahezu schmerzfrei bewegen. Unter der Schwanzwurzel wuchs ihr kurze Zeit darauf eine hühnereigroße Metastase, die ihr aber nicht weh tat, und wäre die nicht gewesen, hätte man glatt vergessen können, wie krank sie eigentlich war. Sie hatte eine wirklich gute, gesundheitlich stabile Zeit bis Juni, als ihr am Ellbogen plötzlich ein Abszess aufbrach. Den spülten wir und er begann sogar schon zu verheilen, aber er war wohl nur der letzte Versuch, den kranken Körper zu entgiften. Sie fing am Nachmittag des 6. Juni an, zu erbrechen und die Nahrung zu verweigern, so dass wir am nächsten Morgen zum Tierarzt wollten. Dazu kam es nicht mehr. In den frühen Morgenstunden schlich sich langsam das Leben aus ihr, und als die Sonne erwachte, schlief sie für immer ein.

Eine große Leere ergriff uns. Unser Heim war trotz Sommerhitze dunkler und kälter geworden. Im Nachhinein sind wir froh, dass sie sich so ruhig und friedlich verabschieden konnte. Sie hat sich immer so sehr vor dem Tierarzt gefürchtet und so konnten wir ihr ein angstvolles Ende ersparen. Und sie hat den perfekten Zeitpunkt gewählt. Eine Woche später war die Hochzeit unseres Sohnens und wir hatten uns Sorgen gemacht, wie sie den Trubel verkraften würde. Diese Sorge hat sie uns abgenommen. Und auch das Risiko, in große Trauer zu verfallen, denn dazu hatten wir einfach keine Zeit. Sie ist so gestorben, wie sie gelebt hat: Zurückhaltend und bescheiden, ohne viel Aufsehen und ohne jemandem zur Last zu fallen. Was für eine große Seele dieser Hund war! Die Trauer über ihren Tod kommt immer in unerwarteten Momenten. Als ich vor kurzem ein Halsband gesucht und das Geschirr mit ihrem Namen darauf in den Händen hielt. Oder an bestimmten Orten, an denen eine Erinnerung mit ihr geknüpft ist. Diese Momente des Innehaltens werden mich wohl bis an mein Lebensende begleiten. Danke, liebe Hummel, dass du mir so viele davon geschenkt hast.

Hummel in den Maiglöckchen

 

Hier gehts zur Praline

Zurück